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Symbiose im Landtag

Als am Donnerstag in Potsdam der Innenausschuss tagte, war es wieder einmal die ganz große Inszenierung. Sven Petke und Hans-Jürgen Scharfenberg, Hans-Jürgen Scharfenberg und Sven Petke. iwe1

Die innenpolitischen Sprecher von CDU und Linksfraktion befanden sich in einer Art permanentem Rededuell: Der eine sagt was, der andere muss erwidern.

Petke fragt gern ausschweifend nach, beugt sich beim Sprechen nach vorne, Scharfenberg rutscht dann demonstrativ im Stuhl nach hinten.

"Mit Ihren umständlichen Ausführungen halten Sie nur den Betrieb auf", sagt Scharfenberg. "Sie wären ein guter Generalsekretär." Petke weist das sofort zurück, beruft sich auf das Fragerecht der Abgeordneten. So ist es immer. In jeder Sitzung des Innenausschusses und oft sogar im Landtagsplenum, wo der eine gern mit einer Kurzintervention auf den anderen antwortet.

Inhaltlich punkten dabei beide oft: Sowohl Sven Petke als auch Hans-Jürgen Scharfenberg zählen zu den Leistungsträgern ihrer Fraktionen, gehören zu den profiliertesten Abgeordneten im Brandenburger Landtag.

Aber sie leben auch in einer Art Symbiose. Petke kann nicht ohne Scharfenberg, Scharfenberg nicht ohne Petke. Zugeben wird das selbstverständlich keiner von beiden, im Gegenteil: Mit großer Wahrscheinlichkeit werden beide Herren diesen Text nach seinem Erscheinen als "völligen Blödsinn" und voller Entrüstung lautstark zurückweisen. Doch wenn einer der beiden fehlt, ist die Luft im Tagungsraum gleich kühler. Die übrigen Ausschussmitglieder arbeiten die Tagesordnung ab, und alles dauert nur noch halb so lange. Denn auch das ist wahr: Dass die Sitzungen des Innenausschusses manchmal bis spät in den Abend dauern, liegt eben auch daran, dass er zu seinen Mitgliedern zwei Herren zählt, die sich gerne aneinander abarbeiten.