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Suche nach weiteren Geldautomatensprengern läuft auf Hochtouren

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Potsdam/Cottbus. Es war ein großer Ermittlungserfolg der Brandenburger Polizei: Die Verhaftung einer Bande von Bankautomatensprengern in Berlin und Potsdam. Dennoch gibt es keine Entwarnung: Weitere Übergriffe sind jederzeit möglich. Rüdiger Hofmann

Obwohl in der vergangenen Woche eine Bande von Geldautomatensprengern verhaftet wurde, gibt die Soko Fläming noch längst keine Entwarnung. "In diesem Kriminalitätssegment sind überörtlich agierende Tätergruppen aktiv. Wir gehen davon aus, dass auch in Brandenburg mehrere Banden unterwegs sind und auch weiterhin aktiv sein werden", sagt Mario Heinemann, Pressesprecher vom Polizeipräsidium Brandenburg.

Bei einem Großeinsatz mit 250 Beamten in Berlin und Brandenburg wurden in der vergangenen Woche insgesamt zwölf Wohnungen, Häuser, Garagen und Werkstätten durchsucht und zwei der Tatverdächtigen im Alter von 20 und 40 Jahren festgenommen. Zwei weitere sitzen bereits wegen anderer Taten in Haft. Nach dem fünften Tatverdächtigen aus Potsdam wird noch gefahndet. Den festgenommenen deutschen Berufskriminellen werden laut der Soko Fläming insgesamt 14 Taten zwischen September 2015 und Ende 2016 zur Last gelegt - elf davon in Brandenburg und drei in Berlin. In der Lausitz hatten die Männer beispielsweise im Oktober 2015 in Luckau in der Karl-Marx-Straße zugeschlagen. Weitere Tatorte lagen im Norden von Brandenburg und vor allem im Berliner Raum. "Der Gruppe werden rund ein Drittel aller Geldautomatensprengungen in Brandenburg zugerechnet", so Heinemann. Insgesamt registrierte die Ermittlungsgruppe aber fast 40 Sprengungen im besagten Zeitraum. Soll heißen: es gibt eine deutliche Lücke, die beweist, dass noch andere Banden auf freiem Fuß und weitere Anschläge nicht auszuschließen sind. "Daher wird die Soko Fläming auch weiterhin bestehen", sagt Heinemann.

Auf die bisher ausgehobenen Geldautomaten-Sprenger ist die Soko Fläming durch "kriminalistische Feinstarbeit" gestoßen. Zahlreiche Spuren an den Tatorten seien ausgewertet und verglichen worden. Es gab wichtige Zeugenaussagen, Videoaufzeichnungen und DNA-Spuren. "Insgesamt dauern die Ermittlungen der Soko Fläming, die zur Aufklärung der Fälle mit zwölf Beamten im vergangenen Oktober gegründet wurde, inzwischen seit mehr als anderthalb Jahren an", so Heinemann. Nun dieser große Fahndungserfolg für Brandenburg, angesichts der Tatsache, dass die Ermittlungen sehr schwierig und langwierig sind. Über die Strafhöhe der festgenommenen Männer entscheidet letztlich die Justiz.

Generell handelt es sich bei den noch auf freiem Fuß agierenden Tätergruppen nach Einschätzung der Ermittler überwiegend um organisierte Banden. Die Tatorte liegen meist in ländlichen Regionen und weisen gute Verkehrsanbindungen auf. Im Regelfall würden die Automaten nachts zwischen 24 Uhr und 5 Uhr gesprengt. An der Tat seien meistens zwei bis vier Personen beteiligt.