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Studie: Brandenburger bundesweit am häufigsten krank

Bei Erkältung nicht gleich zur chemischen Keule greifen – inhalieren mit Kamille oder Thymian kann helfen.
Bei Erkältung nicht gleich zur chemischen Keule greifen – inhalieren mit Kamille oder Thymian kann helfen. FOTO: ddp
Potsdam. Die Brandenburger sind bundesweit am häufigsten krank: Von 1000 erwerbsfähigen Arbeitnehmern waren 2013 im Durchschnitt 50 pro Tag krank gemeldet. Jeder Beschäftigte fehlte im Durchschnitt 18,2 Tage an seinem Arbeitsplatz. las

Das geht aus dem von der Krankenkasse "DAK Gesundheit" vorgelegten Gesundheitsreport 2014 für das Land hervor. Demnach waren im Bundesdurchschnitt lediglich 40 von 1000 Arbeitnehmern krank gemeldet. Und ein Beschäftigter fehlte durchschnittlich 14,6 Tage im Jahr. Für die Untersuchung hatte die DAK die Krankheitsdaten der 115 000 bei ihr Versicherten aus dem Land Brandenburg ausgewertet. Dabei stellte die Studie vor allem den öffentlichen Verwaltungen ein schlechtes Zeugnis aus. In Behörden und Ämtern fehlten an jedem Tag des Jahres durchschnittlich 5,4 Prozent der Mitarbeiter krankheitshalber, im Gesundheitswesen waren es 5,2 Prozent. "Wir müssen alles daran setzen, die rote Laterne beim Krankenstand wieder abzugeben", so der Chef des Regionalzentrums der DAK Gesundheit in Potsdam, Ralf Seifert. Besondere Sorgen macht sich die Krankenkasse aber um jüngere Arbeitnehmer: Denn im Bundesvergleich fehlen besonders die 25- bis 39-jährigen Brandenburger überdurchschnittlich oft aus Krankheitsgründen. Die Zahl ihrer Ausfalltage liege ein gutes Drittel über dem Bundesdurchschnitt. "Die Arbeitgeber müssten nachhaltiger in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren", fordert der Krankenkassen-Chef. "Denn in diesem Alter bilden sich bereits die ersten Ansätze für chronische Krankheiten." Als Beispiel für großes Engagement verwiesen die Studienmacher auf den Landkreis Potsdam-Mittelmark. Die dortige Verwaltung biete ihren Mitarbeitern zur Prävention sogar Yoga- oder Zumba-Kurse an. Und um Rückenschäden vorzubeugen, komme gelegentlich eine Masseurin ins Haus, berichtet Simone Kühn von der Kreiskoordinierungsstelle für Beruf und Familie. Auch mit Unternehmen stünde der Landkreis über das Thema Gesundheit und Beruf im Gespräch. Doch die Zahl der Firmen, die aktiv in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investierten, sei in Brandenburg derzeit noch sehr klein.