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| 01:23 Uhr

Strom durch Solar- und Windkraft

Potsdam. . Brandenburg will von dem für 2022 geplanten Atom ausstieg profitieren und seine Vorreiterrolle im Bereich der erneuerbaren Energien weiter ausbauen. dpa/vc

„Wir sind dank modernster Technologien und Forschung in einer ausgezeichnet Ausgangsposition, um den Ausstieg aus der Kernkraft umzusetzen“, sagte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke). Das Potenzial der Mark will er beim diesjährigen Konversionssommer verdeutlichen, der als Forum für die Umwidmung früher Militärflächen und die Stadtentwicklung, seit 1998 veranstaltet wird. Zum Auftakt am heutigen Mittwoch stellt der Minister ein neues Solarkraftwerk auf dem früheren Flugplatz Alt Daber in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) vor. „Es ist eines der größten seiner Art in Deutschland.“ Seine Leistung liege bei 64 Megawatt und könne 19 000 Haushalte versorgen.

Die Anlage verdeutlicht laut Christoffers, wie die einstige Last zum Nutzen für die Kommunen werden kann: Von den rund 100 000 Hektar alter Militärflächen, die Brandenburg nach der Wiedervereinigung übernahm, würden derzeit mehr als 93 Prozent zivil genutzt. Technologie- oder Behördenzentren, Hochschulen, Kliniken und Naturschutzgebiete sind entstanden – vor allem aber Windparks und Solaranlagen.

Brandenburg Ziels ist es, früheres Militärgelände vorrangig für erneuerbare Energien zu nutzen. An mehr als 20 Standorten stehen laut Ministerium entsprechende Anlagen. Bis Ende April wurden 41 Projekte auf den alten Militärflächen bewilligt. Sie werden mit 11,7 Millionen Euro gefördert. Im Rahmen der Förderperiode von 2007 bis 2013 sind 21 Millionen Euro eingeplant.

Laut Christoffers könnte Brandenburg seinen Strombedarf bereits 2020 nur mit Strom aus Wind- oder Solarenergie abdecken. „Damit können wir Erfahrungsberichte über Konflikte in die politische Debatte einbringen.“ Mit dem Forum will Christoffers weitere Kommunen mit Investoren vereinen. „Ich will verdeutlichen, dass es sich bei den Anlagen um technologische Spitzenleistung handelt.“ Werbung ist nötig, denn bei den noch brachliegenden Militärflächen handelt es sich um schwieriges Gelände, wie die Kyritz-Ruppiner-Heide („Bombodrom“), die nicht mehr als Luft-Boden-Schießplatz genutzt wird.