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Streit um „Spaghettimonster-Kirche“

Das Foto vom 27.11.2014 zeigt ein Hinweisschild der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ mit den Zeiten der sogenannten Nudelmesse in Templin (Brandenburg). Mit den Schildern will der Verein „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland“ auf die Gleichbehandlung von Weltanschauungen aufmerksam machen. Auf dem Schild wird unter einer Abbildung des sogenannten Spaghettimonsters auf die Uhrzeit der wöchentlichen „Nudelmesse“ des Vereins hingewiesen.
Das Foto vom 27.11.2014 zeigt ein Hinweisschild der „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ mit den Zeiten der sogenannten Nudelmesse in Templin (Brandenburg). Mit den Schildern will der Verein „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland“ auf die Gleichbehandlung von Weltanschauungen aufmerksam machen. Auf dem Schild wird unter einer Abbildung des sogenannten Spaghettimonsters auf die Uhrzeit der wöchentlichen „Nudelmesse“ des Vereins hingewiesen. FOTO: Pastafari.eu (Pastafari.eu)
Potsdam/Templin. Die sogenannte „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland“ ist aus Sicht der brandenburgischen Landesregierung keine Glaubensgemeinschaft. Bei dem Verein handele es sich um eine Religionsparodie „ohne ernsthafte religiöse Substanz“, erklärte Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Fraktion im Landtag. dpa

Ende vergangenen Jahres hatten satirische Schilder mit einem „Spaghettimonster“ in Templin (Uckermark) für Aufsehen gesorgt. Damit wollte der Verein auf die Gleichbehandlung von Weltanschauungen aufmerksam machen. Auf dem Schild wurde auf die Uhrzeit der wöchentlichen „Nudelmesse“ des Vereins hingewiesen. Am selben Mast waren auch die Schilder von Kirchen mit ihren Gottesdienstzeiten befestigt.

Der Landesbetrieb Straßenwesen hatte das „Spaghettimonster“-Schild zunächst genehmigt. Grundlage bildete laut Ministerium die „Richtlinie für das Aufstellen von Hinweisschildern auf Gottesdienste und sonstige regelmäßige religiöse Veranstaltungen von Kirchen und sonstigen Religionsgemeinschaften“ des Bundesbauministeriums aus dem Jahr 2008.

Ministerin Kunst erklärte, mit der nun vorliegenden Einstufung des Vereins werde der Landesbetrieb keine neue Genehmigung zur Aufstellung von Hinweisschildern erteilen. Die „Spaghettimonster-Kirche“ kündigte auf ihrer Internetseite an, die Entscheidung juristisch prüfen zu lassen.

Die „Nudelmesse“-Schilder in Templin waren im Dezember von den Masten der Kirchen abgehängt worden. Mit Erlaubnis der Stadtverwaltung durfte der „Spaghettimonster“-Verein seine Hinweisschilder aber ersatzweise an einige Masten für die Städtepartnerschaften Templins hängen. Die Schilder hätten dort „Asyl“, bis der Rechtsstreit beendet sei, sagte Bürgermeister Detlef Tabbert (Linke).