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Streit um Sicherheit bei Polens Woodstock-Festival

Das Festival im vorigen Jahr.
Das Festival im vorigen Jahr. FOTO: dpa
Warschau/Küstrin. Knapp zwei Monate vor Polens größtem Open Air-Festival „Przystanek Woodstock“ vom 3. bis 5. August streiten Veranstalter und Regierung um die Sicherheit des Spektakels an der deutsch-polnischen Grenze. dpa/fh

Innenminister Mariusz Blaszczak sieht die erhöhte Terrorgefahr in Deutschland als Bedrohung für das Festival in Kostrzyn (Küstrin), wie die Zeitung "Rzeczpospolita" am Donnerstag berichtete.

Der Politiker der seit 2015 regierenden Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) erinnerte demnach an den Anschlag in Berlin, bei dem ein polnischer Lkw-Fahrer getötet worden war. Regierungskritiker werteten die Bedenken der PiS jedoch als Offensive gegen Festivalchef Jerzy Owsiak. Es heißt, der Organisator und das ausgelassene Event seien den nationalkonservativen und der katholischen Kirche nahestehenden PiS-Anhängern ein Dorn im Auge.

Owsiak wies die Sicherheitsbedenken zurück und forderte den Minister auf, das zum 23. Mal stattfindende Festival nicht zu politisieren. Die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden funktioniere seit Jahren wunderbar, betonte er in einer Mitteilung. Mehr als 1500 Polizisten sicherten die Veranstaltung in diesem Jahr, zudem würden strengere Sicherheitsauflagen gelten.

Polens Behörden hatten das Festival, zu dem auch viele deutsche Besucher kommen, bereits 2016 als "Veranstaltung mit erhöhtem Risiko" eingestuft. Schon damals hatten die Veranstalter die Sicherheitsmaßnahmen daraufhin verschärft.