Masken im Verbandskasten, Führerschein, Haftpflicht, TÜV - auch 2023 ändert sich für Autofahrer in Brandenburg und Berlin wieder einiges. Damit Sie auch im kommenden Jahr gesetzeskonform und sicher auf unseren Straßen unterwegs sind, finden Sie im Folgenden alle maßgeblichen Änderungen, die auch Sie und Ihr Auto betreffen.
Seit Februar 2022 gilt eine neue DIN-Norm, die vorsieht, dass der Verbandskasten im Auto zwei medizinische oder FFP2-Masken enthalten muss. Autofahrer haben allerdings noch bis Ende Januar 2023 Zeit, entsprechend nachzurüsten – die Übergangszeit läuft erst am 1. Februar aus. Danach drohen bei Fehlen der Masken zehn Euro Strafe. Auch bei der Hauptuntersuchung (HU) wird die Vollständigkeit des Verbandskastens überprüft.

Fahrzeuge mit rosa HU-Plakette müssen zum TÜV

Die Hauptuntersuchung (HU) steht 2023 für Fahrzeuge an, die eine rosafarbene TÜV-Plakette tragen. Wenn alles in Ordnung ist oder nur leichte Mängel festgestellt werden, erhält das Auto dann eine orange Plakette und muss 2025 wieder bei einer Begutachtungsstelle vorgeführt werden. Für Neufahrzeuge ist die HU-Plakette drei Jahre gültig. Wer den Termin zur Hauptuntersuchung um mehr als zwei Monate versäumt, muss 15 Euro Strafe zahlen.
Im neuen Jahr 2023 gilt außerdem eine neue Typklasseneinstufung bei Kfz-Versicherungen. Diese werden jedes Jahr auf Grundlage der Schadensfälle der letzten drei Jahre neu berechnet. Je niedriger die Typklasse, desto günstiger ist das Auto zu versichern. Wie die Versicherer ihr Auto aktuell einstufen, können Sie hier bequem nachschauen, wenn Sie die Daten Ihres Modells eingeben.

Haftpflicht in Berlin deutlich teurer als in Brandenburg

Auch die Regionalklassen ändern sich 2023. Je höher die Klasse, desto teurer. 1, die niedrigste und günstigste Klasse bei der Haftpflichtversicherung, gilt im neuen Jahr in den Kreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Spree-Neiße. Die höchste Haftpflicht-Einstufung in Brandenburg hat Potsdam erhalten, hier gilt die hohe und teure Klasse 8. In Berlin gilt künftig gar die Klasse 12. Bei der Teilkasko ist hingegen die Prignitz der teuerste Landkreis in Brandenburg, Potsdam ist am günstigsten. Die Teilkasko deckt unter anderem Wildunfälle ab. Wie Ihr Landkreis Ihre Versicherungskosten beeinflusst, können Sie hier überprüfen.
So sehen die Regionalklassen in Brandenburg 2023 aus.
So sehen die Regionalklassen in Brandenburg 2023 aus.
© Foto: Grafik: Jörn Sandner

Alter „Fleppen“ darf als Erinnerungsstück behalten werden

Auch der Führerscheinumtausch bleibt 2023 ein Thema. Graue und rosafarbene Führerscheine werden durch den EU-Führerschein im Scheckkartenformat ersetzt. Wer zwischen 1959 und 1964 geboren ist, sollte spätestens jetzt aktiv werden – die Frist läuft am 19. Januar 2023 aus. Danach sind dann die Jahrgänge 1965 bis 1970 an der Reihe. Wer mit einem alten Führerschein erwischt wird, muss mit einem Verwarngeld von zehn Euro rechnen. Der neue Führerschein muss dann nach Erhalt bei der Polizei vorgelegt werden, sonst droht erneut ein Verwarngeld. 25 Euro kostet der Umtausch bei der Führerscheinstelle. Der alte „Lappen“ wird entwertet und darf als Erinnerungsstück behalten werden.
Wer 2023 ein Fahrzeug mit Plug-In-Hybrid-Antrieb kauft, sollte nicht auf eine staatliche Förderung hoffen – für diese Autos wird der Zuschuss im kommenden Jahr gänzlich gestrichen. Auch bei reinen Elektroautos sinken die Prämien. Die staatliche Förderung beträgt 4.500 Euro für E-Autos, deren Netto-Listenpreis 40.000 Euro nicht übersteigt. In diesem Jahr waren es noch 6.000 Euro. Der Autohersteller schießt unter diesen Bedingungen zusätzlich 2250 Euro zu. Wer sich ein E-Auto mit einem Netto-Listenpreis bis 65.000 Euro zulegt, erhält ab 2023 nur noch 3.000 statt 5.000 Euro Zuschuss vom Staat. Der Käufer erhält zusätzlich 1.500 Euro vom Hersteller des Wagens.

E-Auto-Förderung nur noch für Privatpersonen

Wer gewerblich ein E-Auto anschaffen möchte, sollte dies auf jeden Fall vor dem 1. September 2023 tun. Ab diesem Datum wird die Förderung nämlich nur noch an Privatpersonen ausgezahlt. Der Fördertopf ist im kommenden Jahr zudem auf 2,1 Milliarden Euro begrenzt. Wenn die Summe aufgebraucht ist, wird 2023 keine Förderung mehr ausgezahlt. Einen neuen Fördertopf gibt es dann erst 2024 wieder.
Fahrer eines konventionellen Verbrenners haben Glück: die eigentlich für das neue Jahr vorgesehene Erhöhung der CO₂-Bepreisung auf Kraftstoffe wird vorerst ausgesetzt. Somit werden die Steuern auf Benzin und Diesel 2023 in Deutschland nicht steigen. Polen hingegen wird mit dem Jahreswechsel die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe wieder von acht auf 23 Prozent anheben. Der im teuren Tankjahr 2022 weit verbreitete Tanktourismus in Brandenburg und Berlin könnte damit zum Erliegen kommen.

Renault Twingo und Opel Corsa B werden Oldtimer

Laut einer diesjährigen Untersuchung des Vergleichsportals Check24 auf Basis seiner Nutzerdaten beträgt das Durchschnittsalter eines Autos in Brandenburg 9,6 Jahre – der zweitniedrigste Wert hinter Thüringen. Dennoch tummeln sich auch viele ältere Wagen noch auf den Straßen der Mark. Fahrzeuge, die 30 Jahre oder älter sind und sich in einem guten sowie weitgehend originalen Zustand befinden, können das begehrte H-Kennzeichen für historisch wertvolle Fahrzeuge erhalten.
2023 ist dann der Auto-Jahrgang 1993 an der Reihe. In jenem Jahr erschienen Modelle, die auch heute noch in Brandenburg und Berlin zum alltäglichen Straßenbild gehören, wie etwa der Opel Corsa B, die erste Generation des Renault Twingo, der Volvo 850 Kombi oder die erste Baureihe der Mercedes C-Klasse. Oft lassen sich Fahrzeuge mit H-Kennzeichen günstiger versichern.
Die Steuern für Oldtimer betragen pauschal 191,73 Euro im Jahr – egal, ob es sich um einen PKW, einen Traktor, einen LKW oder ein Wohnmobil handelt. Außerdem dürfen Fahrzeuge mit H-Kennzeichen Umweltzonen, etwa die innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings befahren – selbst wenn es sich um einen Trabant mit duftender, blauer Zweitakt-Fahne handelt.