Das Jahr 2022 endet, wie es begonnen hat: mit steigenden Verbraucherpreisen. Wie das Landesamt für Statistik am Dienstag, 3. Januar, mitteilte, erhöhten sich die Preise im Vergleich zu Dezember 2021 in Berlin um 7,9 Prozent und in sogar Brandenburg um 9,1 Prozent.
Zwar hat sich die Steigerung deutlich abgeschwächt – aber die Preise verharren weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Grund für die Abschwächung war das dritte Entlastungspaket der Bundesregierung, das insbesondere etwas Entspannung bei den Energiekosten brachte. Im Vergleich zum November 2022 sind die Verbraucherpreise in beiden Ländern um jeweils 0,6 Prozent zurückgegangen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in seiner monatlichen Auswertung bekannt gab.

Preise für Lebensmittel stiegen um mehr als 20 Prozent

Preistreiber blieben dennoch die Energie- und Lebensmittelpreise. So betrug die Teuerung bei den Nahrungsmittelpreisen erneut mehr als 20 Prozent. Nahezu alle Lebensbereiche waren betroffen. Laut Statistik-Amt konnte lediglich im Bereich der Nachrichtenübermittlung gespart werden.
Nahrungsmittel wie Quark und Mehl sind besonders teuer geworden.
Nahrungsmittel wie Quark und Mehl sind besonders teuer geworden.
© Foto: Oliver Berg/dpa
Zu den einzelnen Preissteigerungen: Laut der Mitteilung waren nahezu alle Lebensmittelgruppen betroffen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde in Berlin ein Anstieg um 21,3 Prozent und in Brandenburg sogar um 22,2 Prozent festgestellt. So wurde Mehl in der Mark um 71,6 Prozent teurer und auch für Quark musste 70,6 Prozent mehr bezahlt werden.

Positive Bilanz des Handelsverbandes

Laut Statistikamt konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher in beiden Ländern bei Bekleidung und Schuhen sparen – was vor allem an den besonderen Angeboten vor Weihnachten lag. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg hatte vor den Feiertagen eine positive Bilanz des Weihnachtsgeschäftes gezogen.
Wegen der Kälte Anfang Dezember waren vor allem Winterbekleidung und warme Schuhe gefragt. „Besser als erwartet“, so lautete das Fazit des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg im Endspurt vor Weihnachten. „Tatsächlich hat uns die Kälte in den vergangenen Wochen geholfen“, hatte Phillip Haverkamp, Kommunikationschef des Verbandes auf Nachfrage erklärt.

Energiepreise stiegen in Brandenburg und Berlin sehr unterschiedlich

Auch wenn der Anstieg der Energiepreise durch das dritte Entlastungspaket gebremst werden konnte – der Bund übernimmt die Kosten für den Dezember-Abschlag für Gas und Wärme – so sind die Preise im Vergleich zum Dezember 2021 dennoch deutlich angestiegen. Berlin verzeichnet eine Teuerung um 16,7 Prozent – Brandenburg sogar 29,1 Prozent.
Die Gründe für den unterschiedlichen Anstieg zwischen Brandenburg und Berlin untersucht das Landesamt für Statistik nicht. Allerdings könnten die unterschiedlichen Preise mit logistischen Fragen zusammenhängen, vermutete Phillip Haverkamp vom Handelsverband im Herbst auf Nachfrage. Preistreiber sei die Energiekrise und damit auch der Lieferverkehr. „In Berlin leben viele Menschen auf kleiner Fläche. Das heißt, dass hierher große Mengen an Waren geliefert werden können. In Brandenburg ist es genau umgekehrt: Wenige Menschen sind auf einer großen Fläche verteilt. Das bedeutet weite Wege bei hohen Spritpreisen und weniger Waren. Da ist der Transport viel teurer“, so Phillip Haverkamp.