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| 19:27 Uhr

Brandenburg
Stasi-Unterlagen-Behörde könnte nach Cottbus ziehen

Das Menschenrechtszentrum in Cottbus bietet ausreichend Platz und das passende historische Umfeld.
Das Menschenrechtszentrum in Cottbus bietet ausreichend Platz und das passende historische Umfeld. FOTO: Patrick Pleul
Außenstelle in Frankfurt (Oder) ist nicht mehr zeitgemäß. Von Benjamin Lassiwe

Cottbus bleibt als Standort einer brandenburgischen Außenstelle und eines Archivs der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen im Gespräch. Bislang ist die einzige Außenstelle des Landes in Frankfurt (Oder), ihre Zukunft ist aber ungeklärt. „Wir müssen prüfen, ob Frankfurt tragfähig oder Cottbus vielleicht sinnvoller ist?“, sagte die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Maria Nooke, am Montagabend in einem Fachgespräch der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

In Kreisen ehemaliger Bürgerrechtler wird darüber diskutiert, auf dem Gelände des Menschenrechtszentrums Cottbus einen Neubau zu errichten, in dem die Unterlagen künftig aufbewahrt werden. „Cottbus hat ein Gelände, wo viel Freifläche ist, und deswegen ist das durchaus ein wichtiges Argument“, sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn. In jedem Fall müsse es im Land Brandenburg eine Außenstelle für die Unterlagen geben. An der Frankfurter Außenstelle kritisierte Jahn die Lage der Einrichtung am Rande der Stadt. Nötig sei eine archivgerechte Lagerung der Unterlagen sowie eine Bürgernähe, die dazu führt, „dass die Bürger jederzeit Anträge stellen können und auch in ihrer Region gut beraten werden.“ Zudem brauche es eine gute Einbindung der Außenstelle in die Gedenkstättenlandschaft des Landes Brandenburg. „Es geht darum, Zukunft zu sichern“, sagte Jahn. „An welchem Standort das gemacht wird, ist erst einmal offen.“

Dagegen sprach sich Landtagsvizepräsident Dieter Dombrowski dafür aus, die Aufbewahrung der Akten an authentische Orte der Repression und des Widerstands zu koppeln. „Ich will keinen Werbeblock für Cottbus schalten, aber Cottbus war das größte Gefängnis für politische Gefangene in der DDR“, sagte Dombrowski, der auch Vorsitzender des Menschenrechtszentrums Cottbus ist. Derzeit plane man, auf einem Teil des ehemaligen Zuchthausgeländes ein Bildungs- und Begegnungszentrum einzurichten. „Und wenn schon Geld ausgegeben werden muss, um einen Archivstandort für die Zukunft aufzurüsten, muss ich mir auch die Frage stellen, wie ich einen Mehrwert für die Zukunft schaffe.“ Vertreter aus Frankfurt (Oder) sprachen sich dagegen nachdrücklich für einen Erhalt der Viadrina-Stadt als Archivstandort aus.