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Überraschende Wende nach Explosion im Spreewerk
Sprengstoff-Spur aus Sachsen führt nach Lübben

Die Luftaufnahme zeigt eine Betriebshalle des Munitionsentsorgungswerks Spreewerk in Lübben nach der Explosion am 16. März. Im Wohnhaus des dabei getöteten Mannes fand die sächsische Polizei jetzt Sprengstoff.
Die Luftaufnahme zeigt eine Betriebshalle des Munitionsentsorgungswerks Spreewerk in Lübben nach der Explosion am 16. März. Im Wohnhaus des dabei getöteten Mannes fand die sächsische Polizei jetzt Sprengstoff. FOTO: Polizeidirektion Süd / dpa
Dresden/Lübben. Nach Explosion im Spreewerk findet Polizei in Kreba-Neudorf Sprengmittel.

() Ein rätselhafter Fall beschäftigt die Polizei in Brandenburg und Sachsen: Nach der Explosion in einer Anlage für Munitionsentsorgung in Lübben, bei der ein Mann getötet wurde, sind im Wohnhaus des Opfers in Kreba-Neudorf (Landkreis Görlitz) diverse Sprengmittel gefunden worden. Wie das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) am Freitag informierte, handelte es sich um eine große Menge Explosivstoffe, darunter Pyrotechnik, Munition und anderes. Spezialisten der Polizei hätten aus Sicherheitsgründen einen Teil davon am Freitag vor Ort unschädlich gemacht.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Brandenburger Polizei zur Ursache und Aufklärung der Explosion im Spreewerk am 16. März sei der Verdacht entstanden, dass der Verstorbene in seinem Wohnhaus in Sachsen gefährliche Stoffe beziehungsweise Sprengmittel aufbewahrt. Die Brandenburger Polizei habe die Kollegen in Sachsen um Unterstützung gebeten. Daraufhin hätten Polizisten der Polizeidirektion Görlitz am Mittwoch das Wohngrundstück des 55-jährigen Mannes in der Gemeinde Kreba-Neudorf durchsucht

Nähere Einzelheiten gab die Polizei mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bekannt. Es ist derzeit also nicht klar, ob die gefundenen Sprengmittel aus dem Munitionsentsorgungsbetrieb in Lübben stammen.

Bei der Explosion im Spreewerk wurden Teile des Werkes zerstört. Ein 53-jähriger Mitarbeiter hatte einen Schock erlitten. Wegen der Explosionsgefahr konnten Helfer erst Stunden später an das Gebäude heran. Die Leiche des 55-Jährigen war am Tag nach dem Unglück gefunden worden. Es ist nicht das erste Unglück in dem Betrieb: Im November 2002 waren bei einer Explosion vier Menschen ums Leben gekommen. Sie hatten Munition zerlegt.

(sm)