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| 17:47 Uhr

Auf dem Trockenen
Lage der Spree extrem angespannt

Die Spree braucht Wasser. Der Dürre-Sommer und der bisher extrem trockene Herbst lassen die Reserven in den Lausitzer Talsperren rasant schwinden. Weiter sinkende Pegel machen den Wasserversorgern in Berlin und im Raum Frankfurt/Oder deshalb langsam Sorgen.
Die Spree braucht Wasser. Der Dürre-Sommer und der bisher extrem trockene Herbst lassen die Reserven in den Lausitzer Talsperren rasant schwinden. Weiter sinkende Pegel machen den Wasserversorgern in Berlin und im Raum Frankfurt/Oder deshalb langsam Sorgen. FOTO: M. Behnke
Cottbus. Die Spreewaldfließe werden braun, wenn nicht bald frisches Wasser kommt. Die Reserven der Lausitzer Talsperren werden knapp. Ein weiter sinkender Spree-Pegel hätte erhebliche Auswirkungen auf die Wasserversorgung im Raum Frankfurt (Oder) und in Berlin. Von Jan Siegel

Trotz einiger Regentropfen in der Lausitz hat sich die Wassersituation in der Spree nicht entspannt. Am Montag trifft sich der Abteilungsleiter Wasser und Boden aus dem Brandenburger Umweltministerium, Kurt Augustin, mit seinen Kollegen aus Berlin und Sachsen, um die Situation zu beurteilen. Die drei Länder hatten im Sommer eilig eine Ad-hoc-Kommission gebildet. Ein weiter sinkender Spree-Pegel hätte erhebliche Auswirkungen auf die Wasserversorgung im Raum Frankfurt (Oder) und in Berlin.

Aktuell sei die Lage aber beherrschbar. Der Spreeabfluss am wichtigen „Pegel Leibsch“ beträgt stabil 2,5 Kubikmeter pro Sekunde. Die Zahl ist wichtig, weil damit der Nitratgehalt der Spree im Bereich der Grenzwerte gehalten werden kann.

„Noch haben wir Reserven in den Lausitzer Seen“, sagt Kurt Augustin. Rund sechs Millionen Kubikmeter Wasser stünden in den Speichern Lohsa, Bärwalde und in der Talsperre Spremberg noch zur Verfügung. Entlastend wirkt, dass inzwischen die Menge des Wassers, das jeden Tag aus der Spree verdunstet deutlich zurückgegangen.

Die kritischen Blicke der Expertengehen vor allem auf die Talsperre Spremberg. „Ihr Wasserstand sollte nicht unter die Grenze von 90 Metern über Normal-Null fallen“, erklärt Kurt Augustin. Sonst könnten größere Mengen Eisenocker in die Spree in Richtung Cottbus gelangen.

Nach Einschätzung der Fachleute ist der Wasserstand in der Spree noch einen Monat gesichert. Dann muss es regnen, weil die Sachsen in ihren Speichern Quitzdorf und Bautzen auch auf dem Trockenen sitzen.