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| 10:54 Uhr

Qualität des Saatguts überdurchschnittlich
Spitzen-Eichenernte trotz Rekordsommer

Arne Barkhausen, Leiter der Landeswaldoberförsterei Peitz, ist mit der Ernte  an der Tauerschen Eiche zufrieden.
Arne Barkhausen, Leiter der Landeswaldoberförsterei Peitz, ist mit der Ernte an der Tauerschen Eiche zufrieden. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Waldsieversdorf. Die Forstsaatgut­ernte bei den Eichen in Brandenburgs Wäldern hat ein Spitzenergebnis eingebracht: In den vergangenen zwei Monaten wurden mehr als 200 Tonnen Eicheln per Hand gesammelt. Davon entfielen 148 Tonnen auf die Trauben-, 51 Tonnen auf die Stiel- und zwei Tonnen auf die Roteichen.

Das teilt das Landwirtschaftsministerium in Potsdam auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit.

Bei den beiden heimischen Eichenarten, der Stiel- und der Traubeneiche, wurden demzufolge Spitzenergebnisse erreicht. Durch die Trockenheit der vergangenen Monate konnte etwa vier Wochen früher mit dem Sammeln begonnen werden. Der Fruchtansatz war in diesem Jahr ausgesprochen reichlich, so dass trotz frühzeitiger Fruchtreduktion und dem Abfall von geschädigten Eicheln noch genügend Erntegut ausreifen konnte.

Nach ersten Einschätzungen ist auch die Qualität des geernteten Saatguts überdurchschnittlich. Durch die trockene Witterung ist der Anteil von Früchten mit Pilzbefall sehr gering. Die gewonnenen Eicheln sind ausschließlich zur Anlage neuer Eichenwälder vorgesehen. Sie dürfen daher nur auf zur Nachzucht geeigneten Flächen – den zugelassenen Saatgutbeständen – geerntet werden.

In einem Erntezulassungsregister des Landes Brandenburg sind für die Traubeneiche 1700 Hektar und für die Stieleiche 474 Hektar derartiger Flächen verzeichnet. Die Ernte wird durch private Firmen organisiert und durch Forstbedienstete kontrolliert. Diese wiegen das Erntegut und stellen die sogenannten Stammzertifikate, die „Geburtsurkunden“ für das Saatgut, aus.

Die Eichelernte ist Laut Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade nicht jedes Jahr so gut. Im vergangenen Herbst gab es gar keine Ernte. Da Eicheln sich nicht über längere Zeit lagern lassen, stehen dann in den darauffolgenden Jahren nur wenige Jungpflanzen im passenden Alter zur Verfügung.

Das Waldumbauprogramm des Landes kann dennoch fortgesetzt werden, da durch die waldbaulichen Möglichkeiten der Direktsaat im Wald, der Naturverjüngung oder eben auch der Pflanzung von ein- oder zweijährigen Pflanzen solche Fehlmastjahre überbrückt werden können.

(red/SvD)