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Politik
SPD-Abgeordnete Schüle: Lausitz braucht deutliche Strukturförderung

Wahlkampf im Sommer 2017:  Manja Schüle und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz besuchen in Potsdam das Max-Planck-Institut.
Wahlkampf im Sommer 2017: Manja Schüle und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz besuchen in Potsdam das Max-Planck-Institut. FOTO: Britta Pedersen / dpa
Potsdam. Die 41-Jährige setzt sich für gute Rahmenbedingungen für Jungunternehmer ein. Wichtig ist ihr auch der Ausbau der frühkindlichen Bildung. Von Lassiwe

Die Brandenburger SPD-Bundestagsabgeordnete Manja Schüle hofft auf eine deutliche Strukturförderung für die Lausitz, falls es im Bund zu einer Großen Koalition kommt.  Die Potsdamerin, die bei den Wahlen 2017 als Spitzenkandidatin der SPD im Land Brandenburg angetreten war, sagte gegenüber der RUNDSCHAU, es gehe dabei nicht nur „um Millionen an Investitionen.“ Die Lausitz müsse auch lernen, die Ergebnisse etwa aus der von den Sondierern in Berlin geplanten verbesserten Förderung für Wissenschaft, Forschung und Bildung für sich zu nutzen.

„Wichtig wird es sein, gute Rahmenbedingungen für junge Unternehmer zu schaffen“, sagte Schüle. Dazu zählten ein schnelles Internet in der ganzen Region, aber auch eine stärkere Unterstützung des Bundes etwa für Beratungen für Existenzgründer.

„Wer eine Firma gründen will, ist zum Beispiel häufig auf der Suche nach einem guten Patentanwalt“, sagte Schüle. „Oder er braucht ganz praktische Hilfe bei der Gründung seiner Firma.“ Hier benötige die Region noch mehr Expertise, damit Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagten. Auch dafür müssten Bundesmittel bereitgestellt werden. „Am Ende muss es so sein, dass jemand, der im Internetzeitalter seine Firma in Schanghai oder Senftenberg gründen kann, lieber nach Senftenberg geht, weil wir da in den nächsten Jahren die besseren Bedingungen geschaffen haben“, sagte die SPD-Abgeordnete.

Als Bundestagsabgeordnete will sich die SPD-Politikerin zudem für einen Ausbau der frühkindlichen Bildung einsetzen. „Brandenburg hat derzeit die größte Betreuungsquote in Ostdeutschland, aber genau deswegen auch den schlechtesten Personalschlüssel in den Kitas“, sagte Schüle, die einst im Potsdamer Bildungsministerium arbeitete. „Genau deswegen bin ich dafür, dass auch der Bund nun in frühkindliche Bildung investiert.“ Nötig sei zumindest eine de-facto-Aufhebung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern im Bildungsbereich.

Den Bundesparteitag der SPD am vergangenen Wochenende nannte die Abgeordnete ein „Lehrstück innerparteilicher Demokratie“. Die Debatten dort seien ernsthaft und sachlich, aber auch emotional geführt worden.

Dass sich die Delegierten für die Große Koalition ausgsprochen haben, begrüße sie nicht nur aus inhaltlichen Gründen. „Wenn man etwas ablehnt, sollte man das auch im Bewusstsein dessen tun, was eigentlich möglich gewesen wäre.“