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| 02:39 Uhr

Sparsame Lampen und Sponsoren

Trotz hoher Strompreise und klammer kommunaler Kassen wird in Brandenburg nicht auf die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung verzichtet.
Trotz hoher Strompreise und klammer kommunaler Kassen wird in Brandenburg nicht auf die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung verzichtet. FOTO: dpa
Potsdam. Trotz anziehender Energiepreise und klammer kommunaler Kassen wird in Brandenburg nicht auf die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung verzichtet. "Das geht gar nicht. dpa/sm

Diese Lichter haben etwas mit dem Lebensgefühl der Menschen zu tun", sagt der Geschäftsführer des brandenburgischen Städte- und Gemeindetags, Karl-Ludwig Böttcher. Allerdings seien die Kommunen wegen der hohen Strompreise gezwungen, in LED-Technik zu investieren. Diesen Schritt seien viele Städte und Gemeinden in puncto Straßenbeleuchtung bereits gegangen.

Die Fontanestadt Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) hat beispielsweise vor zwei Jahren die konventionellen Lichterketten mit Glühbirnen verschrottet und für knapp 10 000 Euro LED-Technik angeschafft. "Dadurch zahlen wir nur noch ein Drittel der Energiekosten von früher", sagt Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin). Allerdings seien hohe Folgekosten zu bestreiten, da LED-Lampen alle drei Jahre ausgetauscht werden müssen.

Wegen der hohen Energiekosten sei die Stadt auch auf die Unterstützung von Sponsoren angewiesen. Eine LED-Lampe koste 2,60 Euro. Neuruppin hat knapp zwei Kilometer der Innenstadt weihnachtlich beleuchtet.

Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) hat ganz frisch umgerüstet. "Die hohen Stromkosten haben uns auch dazu bewogen, eigene LED-Ketten anzuschaffen", sagt Bürgermeister Thomas Richter (CDU). Zudem hätten Diebe immer wieder aus den alten Lichterketten die konventionellen Glühbirnen gestohlen. "Mit den LEDs kann Otto Normalverbraucher wenig anfangen, weil sie nicht einfach in Fassungen einzudrehen sind", hofft Richter.

Auf Energiesparen setzt auch Brandenburg/Havel. "Wir haben schon früher bei der Weihnachtsbeleuchtung nicht übertrieben. Heute sieht das nicht anders aus", erklärt Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU). Auch die Havelstadt setzt auf LEDs.

In Potsdam sorgt eine Veranstaltungsfirma für "Blauen Lichterglanz". "Wir haben in der Innenstadt mehr als 5000 konventionelle Lichter. Dazu haben wir mehr als 10 000 blaue LED-Leuchten an den Bäumen. Diese Stromkosten müssen wir selber tragen", erklärt Coex-Chef Eberhard Heieck. Obwohl die Stromkosten immens sind - Heieck rechnet in dieser Saison mit einem Preis von mehr als 25 Cent pro Kilowattstunde -, könne nicht auf den Weihnachtsglanz verzichtet werden. "Die Leute erwarten auf einem Weihnachtsmarkt festliche Beleuchtung. Ohne würde es kein Geschäft geben", sagt Heieck. Letztlich müssten die Kosten auf die Markthändler umgelegt werden.

Ähnliches gelte für Cottbus. Auch hier veranstaltet Heiecks Firma einen Weihnachtsmarkt und sorgt für die Beleuchtung in der Stadt. Für den Handel ist die Weihnachtsdeko unerlässlich. "Die Feiertage sind unser Hauptgeschäft. Dazu ist Werbung notwendig und das funktioniert über Licht", erklärt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Günter Päts. Allerdings seien nicht noch mehr Lichtelemente dazugekommen. "Stattdessen sind Stromfresser aus den Läden geflogen und durch LEDs ersetzt worden."