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| 08:25 Uhr

Auszählung im November
Sorben wollen eigenes Parlament – Domowina ist dagegen

Sachsen, Bautzen: Sorbische Fähnchen mit Blick in die Sorbische Kulturinformation am Postplatz sind im Haus der Sorben zu sehen. Was Samen oder Ungarndeutsche schon haben, wollen Sorben und Wenden in der Lausitz erst noch erreichen: ein eigenes Parlament.
Sachsen, Bautzen: Sorbische Fähnchen mit Blick in die Sorbische Kulturinformation am Postplatz sind im Haus der Sorben zu sehen. Was Samen oder Ungarndeutsche schon haben, wollen Sorben und Wenden in der Lausitz erst noch erreichen: ein eigenes Parlament. FOTO: dpa / Miriam Schönbach
Nebelschütz. Sorben und Wenden in der Lausitz sollen ein eigenes Parlament erhalten. Das ist der Wille der Initiative Serbski Sejm (Sorbisches Parlament). Noch bis 27. Oktober kann man sich als Wähler registrieren lassen – wenn man sich selbst als Sorbe bekennt. Wahlvorschläge sind bis Mitte September möglich.

Vereine und Institutionen können bis zu zwölf Einzelwahlvorschläge einreichen. Die Kandidaten müssen 18 Jahre alt sein, die Wähler das 16. Lebensjahr vollendet haben. Das Parlament soll aus 24 Vertretern bestehen – zwölf Niedersorben (Wenden) aus Südbrandenburg und zwölf Obersorben aus Ostsachsen.

Nach der Auszählung der Stimmen ab 3. November will sich der Sejm rasch konstituieren. „Wir wollen das Völkerrecht Selbstbestimmung bei Bildung und Kultur“, sagte Wahlleiter Hagen Domaschke.

Domowina-Chef Dawid Statnik hat grundsätzliche Vorbehalte gegen das Parlament. Es würden nur Wahlen eines nicht eingeschriebenen Vereins stattfinden, die nur eine kleine Gruppe von Sorben/Wenden und deren Sympathisanten erreicht. „Den selbstgewählten Anspruch öffentlicher Wahlen erfüllen sie damit nicht.“ Die Initiative habe bisher nicht klar verdeutlichen können, was sie nun wirklich will und wie sie aus ihrer Sicht notwendige Kompetenzen erlangen möchte.

(dpa)