Alle Schüler in Brandenburg sollen vor den Ferien noch einmal zur Schule gehen. Diese Ankündigung steht seit Wochen im Raum. Nun hat die Landesregierung einen konkreten Plan vorgelegt. Der sieht so aus:

Brandenburgs Schulen öffnen ab 25. Mai für alle Schüler

Ab 25. Mai werden die Jahrgänge 1 bis 4 wieder zur Grundschule gehen. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat dafür am Dienstag einen „Regelplan“ vorgelegt, der so aussieht: Die Jahrgangsstufen 1 bis 4 werden an zwei Tagen in der Woche „präsent“ unterrichtet, die Jahrgangsstufen 5 und 6 an einem Tag. „Die Schulen bekommen dafür Modelle vorgegeben und erhalten bei der Umsetzung Gestaltungsspielräume, um den Gegebenheiten vor Ort angemessen Rechnung tragen zu können“, teilt das Ministerium mit.
Schulen, die genügend Platz haben, können auch mehr Unterricht für die 5. und 6. Klassen anbieten. Für städtische Schulen, die nicht auf den Schülerverkehr angewiesen sind, existiert zusätzlich ein Modell B, als Schichtmodell am Vor- und Nachmittag: „Die Jahrgangsstufen 1 bis 4 besuchen in der Woche die Schule zwei- bis dreimal vormittags, die Jahrgangstufen 5 und 6 zwei- bis dreimal am Nachmittag.“
Welches Modell die jeweilige Schule wählt, bleibt offenbar abzuwarten. Zumindest gab es dazu am Dienstag keine Aussagen.

Oberschulen und Gymnasien in Brandenburg öffnen tageweise

An den weiterführenden Schulen sollen ebenfalls ab 25. Mai alle Jahrgänge zurückkehren. Konkret soll das so aussehen: „Das für die Jahrgangsstufen 9 und 10 schon eingeführte Modell des Unterrichts Mo/Mi/Fr wird für die eine Hälfte der Klasse und Di/Do für die andere Hälfte und einem Wechsel nach einer Woche auf die übrigen Jahrgangsstufen (5,6, 7 und 8 in der Sekundarstufe I) ausgeweitet. Dieses System kann aufgrund der an den weiterführenden Schulen vorhandenen Rahmenbedingungen flexibel ausgestaltet werden. Allerdings soll mindestens zweimal in der Woche für alle Schülerinnen und Schüler Präsenzunterricht organisiert werden“, heißt es in einer Mitteilung des Bildungsministeriums.

Brandenburgs Kitas öffnen im eingeschränkten Regelbetrieb

In Brandenburger Kitas sollen künftig wieder mehr Kinder gehen können. Dafür soll ab 25. Mai der eingeschränkte Regelbetrieb starten. Das hat das Brandenburger Kabinett entschieden. Demnach werden Kinder in der Notfallbetreuung wie bisher weiter betreut. Darüber hinaus sollen die Landkreise und kreisfreien Städte selbst entscheiden, ob sie den eingeschränkten Regelbetrieb im Hinblick auf verfügbare Betreuungskapazitäten aufnehmen wollen. „Dazu wird für weitere Kinder ein eingeschränkter Rechtsanspruch geschaffen. Vorrangig sollen Kinder im letzten Kita-Jahr vor der Einschulung wieder die Kita besuchen“, heißt es in der Mitteilung des Brandenburger Jugendministeriums. Die Landkreise und kreisfreien Städte können aber auch andere Prioritäten setzten. Außerdem dürfen alle Tagespflegepersonen im Land Brandenburg wieder im vollen Umfang ihre Tätigkeit aufnehmen und auch Kinder betreuen, die keinen Notfallbetreuungsanspruch haben. Brandenburgs Jugendministerin Britta Ernst sagt zu den Lockerungen in den Kitas: "Ziel ist es vielen Kindern wieder die Teilnahme an der Kindertagesbetreuung zu ermöglichen. Sie sollen wieder Sozialkontakte zu Gleichaltrigen bekommen.“
Für die neuen Lockerungen ist eine Änderung der Eindämmungsverordnung nötig. Demnach wird ein Mindestrechtsanspruch für Kinder, die angenommen werden, mit vier Stunden an mindestens einem Tag in der Woche in die Kita eingeführt. Das kann je nach Kapazität ausgeweitet werden. Voraussetzung ist, dass die Kinder in einer festen Gruppe in der Kindertagesstätte betreut werden können und die Regelungen des Rahmenhygieneplanes für Kindereinrichtungen eingehalten werden. Von Regelbetrieb kann aber erst gesprochen werden, wenn keine Infektionsschutzmaßnahmen mehr beachtet werden müssen.

Ministerin Ernst: „Ich würde gerne alle Schulen öffnen“

„Gerne würde ich sofort alle Krippen, Kitas, Horte und Schulen öffnen“, erklärt Ministerin Ernst, „das ist aber leider aufgrund der weiterhin bestehenden Pandemie nicht möglich“. Deshalb habe man nun Pläne für die schrittweise Rückkehr entwickelt. Diese seien „Vorschläge“, die in den kommenden Tagen noch diskutiert würden.
Nun werden zusätzliche Räume gesucht, um das Angebot der Schulen und Kitas zu erweitern. Möglich sei es auch, Kitaplätze zu teilen.
Zudem würden Vertretungslehrer eingestellt. Denn nach wie vor fällt ein Drittel der Lehrkräfte aufgrund von Vorerkrankungen oder des Alters als Risikogruppe für den Präsenzunterricht aus.

Sachsens Schulen und Kitas öffnen ab 18. Mai

Sachsens Kitas und Grundschulen sollen bereits vom 18. Mai an im eingeschränkten Regelbetrieb für alle Kinder öffnen. Das kündigte die Landesregierung am Freitag an.
Am Dienstag hat die Staatsregierung Details dazu in einer Allgemeinverfügung festgelegt. Für die Kitas gilt damit ab der kommenden Wochen: „Der Betreuungsanspruch gegenüber Kindertagesstätten und der Kindertagespflege besteht im Rahmen der Betreuungsverträge uneingeschränkt. Stehen jedoch Personal oder Räumlichkeiten nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung, kann der Einrichtungsbetrieb durch Verringerung der Betreuungszeiten eingeschränkt werden.“
In den Grundschulen soll wieder ganz normal im Klassenverband unterrichtet werden. „Für Schüler der Primarstufe der Grund- und Förderschulen (Klassenstufen 1 bis 4), für Schüler der Unterstufe der Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (Klassenstufen 1 bis 3) findet der Unterricht im Klassenverband statt“, teilt die Staatsregierung mit.
Für Schüler der Sekundarstufe I (Klassenstufen 5 bis 10) und für Schüler der Sekundarstufe II (Jahrgangsstufen 11 und 12) einschließlich der berufsbildenden Schulen, soll im Wechsel von Präsenzunterricht an der Schule und häuslicher Lernzeit unterrichtet werden. „Die nähere Ausgestaltung dieses Wechsel-Modells obliegt der Schulleitung“, heißt es dazu.
Abweichend davon finden Unterricht und schulische Veranstaltungen für die Schüler der Klassenstufen 4 bis 9 in den Schulen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bis einschließlich 1. Juni nicht statt.
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