| 13:05 Uhr

Paket-Erpresser
So jagt die Soko „Quer“ den DHL-Bomber

Kann die Polizei weitere gefährliche Pakete verhindern?
Kann die Polizei weitere gefährliche Pakete verhindern? FOTO: Rolf Vennenbernd / dpa
Potsdam. Nach dem Fund eines explosiven Pakets in einer Potsdamer Apotheke sucht die Polizei fieberhaft nach dem Täter. Er versucht, den Paketdienst DHL zu erpressen. Über 50 Ermittler sind ihm auf den Fersen. Von Bodo Baumert

Die Ermittlungsgruppe, die mittlerweile unter dem Namen Soko „Quer“ firmiert, wurde am Montagmorgen auf über 50 Ermittler aufgestockt. Sie gehen den Hinweisen nach, die Bürger nach dem Fahndungsaufruf am Sonntag an die Polizei gemeldet haben. Drei Dutzend sind mittlerweile bei den Ermittlern eingegangen, wie Polizeisprecher Mario Heinemann bestätigt. Eine heiße Spur fand sich bisher noch nicht darunter.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt erklärt die Vorgehensweise der Ermittler: „Wie bei ähnlichen Erpressungsfällen in der Vergangenheit geht jetzt bei den Ermitttlungen Gründlichkeit vor Schnelligkeit, um sowohl eine effektive Gefahrenabwehr sicher zu stellen als auch belastbares Beweismaterial für eine spätere Verurteilung des oder der Täter in der Hand zu haben.“

Brandermittler kümmern sich in Potsdam derzeit um die Auswertung der Spuren aus Potsdam und Frankfurt (Oder): Dort ging Anfang November eine ähnliche Bombe bei einem Online-Versandhändler in Flammen auf. Der Vergleich der beiden Pakete stehe noch aus, so Heinemann. Erst wenn die Analyse vorliegt, werden die Ermittler mit Sicherheit sagen können, ob hinter beiden Fällen der gleiche Täter steckt. Weitere Hinweise auf verdächtige Pakete gibt es bisher nicht.

In Gransee wurde zwar ein verdächtiges Paket gemeldet. Dieses stellte sich aber nach Überprüfung als harmlos heraus. In Thüringen gibt es einen weiteren Fall. In der Staatskanzlei in Erfurt ging ein verdächtiges Paket ein. Es sei von der Polizei sichergestellt worden, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) der Deutschen Presse-Agentur. Einen Zusammenhang mit der Erpressung wies er als „pure Spekulation“ zurück. Das Paket enthielt nach ersten Erkenntnissen wohl eine Granate. Im Landratsamt von Sondershausen wurde ein Gebäudeteil evakuiert, nachdem ein verdächtiger Brief auftauchte.

Die Ermittler der Soko „Quer“ konzentrieren sich derweil auch auf das Erpresserschreiben. Es wurde mittels QR-Code im Internet hinterlegt. Der QR-Code wurde in dem Pakt in Potsdam gefunden. Spezialisten des LKA verfolgen die Datenspur des Schreibens im Netz. Andere sich mit dem erpressten Paketdienst DHL „im engen Kontakt“.

Der oder die Erpresser verlangen von der Pakettochter der Deutschen Post mehrere Millionen Euro und drohen mit weiteren Bomben. Die Polizei geht wegen der Abgabeorte und der Adressen davon aus, dass der Täter aus dem Raum Berlin-Brandenburg stammen könnte.