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Singen für Kinder in Kenia

Sternsinger aus allen 27 katholischen Bistümern Deutschlands sangen gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Sternsinger aus allen 27 katholischen Bistümern Deutschlands sangen gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. FOTO: dpa
Berlin. Überall in Deutschland ziehen in diesen Tagen kleine Könige durch die Gegend: Rund um den 6. Januar, den Tag der Heiligen Drei Könige, ist auch in Brandenburg die Sternsingerzeit. Und einige Kinder aus Frankfurt (Oder) und Görlitz durften am Montag sogar nach Berlin ins Kanzleramt. Benjamin Lassiwe / iwe1

"Wir sagen ja zur Schöpfung, ja zu Dir und mir", singen die mehr als 100 kleinen Könige, die sich in ihren farbenprächtigen Umhängen und Roben und mit großen, goldenen Sternen in der Lobby des Bundeskanzleramts versammelt haben. Und mitten unter ihnen steht Bundeskanzlerin Angela Merkel, im schlichten schwarzen Hosenanzug, die Hände zur berühmten Raute gefaltet, und singt aus voller Kehle mit.

So, wie in jedem Jahr, hat die Kanzlerin auch 2017 wieder Sternsinger aus allen 27 katholischen Bistümern Deutschlands im Bundeskanzleramt empfangen. Sie kamen stellvertretend für die mehr als 300 000 Kinder und Jugendlichen, die in diesen Tagen von Haus zu Haus ziehen, Lieder singen, und den Segen "Christus Mansionem Benedicat", "Christus segne dieses Haus" an die Türen schreiben - am heutigen Dienstag werden sie auch im Potsdamer Landtag und dem Bildungsministerium erwartet, am Freitag sind sie in der Staatskanzlei zu Gast. Sachsens Ministerpräsident begrüßte die Sternsinger bereits am vergangenen Freitag in der Staatskanzlei.

Partnerland der Sternsinger ist in diesem Jahr Kenia, wo Nomaden in der Halbwüste der Turkana besonders unter Trockenheit und Wassermangel, den Folgen des Klimawandels, leiden. Und auch Angela Merkel steckte, wie jedes Jahr, eine Spende in die kleine Schatzkiste, die ihr die Sternsinger präsentierten. "Als Sternsinger macht Ihr klar, dass es nicht nur um Euch geht, nicht nur um die Kinder in Deutschland", würdigte Merkel das Engagement der Kinder und Jugendlichen. So wie für die Sternsinger sei auch für sie selbst der Klimawandel ein zentrales politisches Thema. Sie setze sich politisch dafür ein, "dass wir das Schlimmste noch aufhalten können", machte Merkel deutlich. Es sei "perfide", wenn Menschen in anderen Teilen der Welt unter etwas leiden müssten, was sie gar nicht verursachten. Während Merkel sprach, standen Jonas, Gabor, Amalie und Antonia mit klopfendem Herzen daneben. Gerade eben hatten die Kinder aus der Görlitzer Pfarrei "Heiliger Wenzel", die das kleine, bis nach Storkow und Eisenhüttenstadt reichende Lausitzbistum in diesem Jahr in Berlin vertreten durften, der Kanzlerin die Hand gegeben.

"Sie war nett", sagte die neunjährige Antonia. "Es war total aufregend, der mächtigsten Frau in Deutschland zu begegnen", sagte der zehnjährige Gabor. "Die Hand wasche ich mir heute Abend nicht."

Gut 60 Kinder nehmen allein in dieser Pfarrei am Sternsingen teil - wer am Ende nach Berlin fahren darf, wird in einem Quiz auf der Ebene des Bistums entschieden. Glück hatten dabei auch Pauline, Sara, Ansgar und Tilmann aus der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz in Frankfurt (Oder).

Seit sechs Jahren sei er schon beim Sternsingen dabei, sagte der zwölfjährige Tilmann. Bei der Kanzlerin dabei sein zu dürfen, sei da schon eine große Ehre. "Am schönsten ist es, wenn wir zu Menschen gehen und ihnen Freude machen können", sagte die zwölfjährige Pauline. Und das ist etwas, was selbst Angela Merkel am Montag den Sternsingern attestierte: Normalerweise sei es im Kanzleramt sehr ruhig, es herrsche eine ernsthafte Arbeitsatmosphäre. Doch wenn die Sternsinger kämen, sei alles etwas anders: Dann breiteten sich Freude und Hoffnung aus.