ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:06 Uhr

„Brandenburg. Es kann so einfach sein“ – und mehr
Sind die geplanten Sinnsprüche am Landtag sinnvoll?

Am Landtagsgebäude in Potsdam soll mit dem Brandenburg-Slogan geworben werden.
Am Landtagsgebäude in Potsdam soll mit dem Brandenburg-Slogan geworben werden. FOTO: dpa / Ralf Hirschberger
Potsdam . Brandenburgs Staatskanzlei macht beim Landesmarketing offenbar ernst: Auch am Potsdamer Landtag soll künftig mit dem umstrittenen Slogan „Brandenburg. Es kann so einfach sein“ geworben werden. Von Benjamin Lassiwe

Dass am Potsdamer Landtagsgebäude mit dem Brandenburg-Slogan geworben werden soll, geht aus einem Vermerk der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Landtags für die Mitglieder des Landtagspräsidiums hervor, der der RUNDSCHAU vorliegt.

Demnach habe sich die Staatskanzlei an den Landtag gewandt, und darum gebeten, zum Start der Werbekampagne Ende Mai/Anfang Juni einen Werbebanner am Geländer der an der Südseite des Gebäudes befindlichen Kutschenauffahrt des Landtags anzubringen.

Doch ähnlich, wie es schon der Beginn der Kampagne war, wirkt auch dieser Plan verunglückt. Denn auf den Bannern am Landtag soll nicht nur der Slogan „Brandenburg. Es kann so einfach sein“ zu lesen sein. Vielmehr soll der Slogan um einige angeblich zum Landtag passende Sinnsprüche ergänzt werden.

Die Auswahl darüber soll das Landtagspräsidium treffen. Die im Präsidium vertretenen Fraktionen sollen sich demnach zwischen den Formulierungen „Die da oben machen, was Sie wollen. Brandenburg. Es kann so einfach sein.“, „Wir geben Ihrer Meinung ein zu Hause. Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ und „Aus Königsschloss wird Demokratietempel. Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ entscheiden. Insbesondere der erste Slogan, „Die da oben machen, was Sie wollen“ unterscheidet sich dabei nur durch das groß geschriebene „S“ von Formulierungen, wie man sie ansonsten eher auf einer Demonstration von Pegida in Dresden oder beim Cottbuser Verein „Zukunft Heimat“ finden würde.

Dass indes Menschen, die in den Kommentarspalten des Internets jedes Gefühl für Rechtschreibung und Sprache vermissen lassen, diesen vermutlich ironisch gemeinten Unterschied begreifen, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) befand sich am Freitag noch auf der Rückreise von einem Partnerschaftsbesuch des Landtags in der georgischen Region Adscharien. Es ist jedoch zu erwarten, dass die neuerlichen Aktivitäten des Landesmarketings zu lebhaften Debatten im Brandenburger Landesparlament führen werden. Denn schon bei der ersten Vorstellung der neuen Kampagne des Landesmarketings hatte es im Parlament heftige Kritik daran gegeben.

CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben kündigte etwa an, nach einem Wahlsieg der CDU bei den Landtagswahlen 2019 die Kampagne überarbeiten zu lassen. Und auch Grünen-Chef Axel Vogel sprach bereits bei der Vorstellung der Kampagne von einem „ziemlichen Fehlschlag“ der Werbetexter.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte dagegen erklärt, das Land könne stolz auf das sein, was es seit 1990 erreicht habe. Daher gebe es nun diese Kampagne. Und demnächst wird sie eben vielleicht auch um den Sinnspruch „Die da oben machen, was Sie wollen.“ ergänzt.