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| 10:38 Uhr

Revisionsprozess beginnt
Sicherungsverwahrung für Mörder von Elias und Mohamed?

FOTO: dpa / Ralf Hirschberger
Potsdam. Silvio S. missbrauchte und ermordete zwei kleine Jungen. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) muss das Gericht erneut prüfen, ob bei dem verurteilten Mörder ein Hang zur Begehung weiterer schwerer Straftaten vorliegt.

Muss der Mörder von Elias (6) und Mohamed (4) auch nach seiner lebenslangen Freiheitsstrafe in Haft bleiben? Mit dieser Frage muss sich das Landgericht Potsdam im Revisionsprozess gegen Silvio S. am Freitag (10.00 Uhr) befassen. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) muss das Gericht erneut prüfen, ob bei dem verurteilten Mörder ein Hang zur Begehung weiterer schwerer Straftaten vorliegt und eine Sicherungsverwahrung nach der Haft erforderlich ist.

Die Potsdamer Richter hatten Silvio S. im Sommer 2016 wegen Mordes und Kindesmissbrauchs zu lebenslanger Haft verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Eine Sicherungsverwahrung lehnten die Richter jedoch ab. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hatte gegen die Entscheidung Revision beim BGH eingelegt, der dieser folgte. Nach Ansicht des BGH hat das Landgericht Fehler bei der Gesamtwürdigung gemacht: Weder seien die rasche Folge der beiden Morde ausreichend gewichtet worden noch die menschenverachtende Weise, in der die Taten begangen wurden.

Zum ersten von bislang drei angesetzten Verhandlungstagen ist ein Psychologe als Zeuge geladen. Er soll Auskunft über die Haftsituation von Silvio S. geben. Auch der Sachverständige, der bereits im ersten Verfahren Gutachter war, soll am Freitag anwesend sein.

(dpa)