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| 17:29 Uhr

Wieder Unruhe in Domsdorfer Siedlung
Der Alwine-Krimi geht weiter

ARCHIV - Baufällige Wohnhäuser sind am 16.11.2017 in dem kleinen Dorf Alwine an der Landstraße 65 nahe Domsdorf (Brandenburg) zu sehen. Die Siedlung Alwine in Südbrandenburg kommt unter den Hammer. Sechs in die Jahre gekommene Doppel- und Mehrfamilienhäuser, bewohnt von etwa 15 Mietern, werden am 9. Dezember in Berlin versteigert. (zu "Südbrandenburgisches Mini-Dorf Alwine kommt unter den Hammer" vom 09.12.2017) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - Baufällige Wohnhäuser sind am 16.11.2017 in dem kleinen Dorf Alwine an der Landstraße 65 nahe Domsdorf (Brandenburg) zu sehen. Die Siedlung Alwine in Südbrandenburg kommt unter den Hammer. Sechs in die Jahre gekommene Doppel- und Mehrfamilienhäuser, bewohnt von etwa 15 Mietern, werden am 9. Dezember in Berlin versteigert. (zu "Südbrandenburgisches Mini-Dorf Alwine kommt unter den Hammer" vom 09.12.2017) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Patrick Pleul / dpa
Uebigau-Wahrenbrück. Berliner Unternehmer will vom Kauf der Domsdorfer Siedlung zurücktreten. Von Frank Claus

Der Berliner Unternehmer, der im Dezember 2017 die Domsdorfer Siedlung Alwine im Stadtgebiet Uebigau-Wahrenbrück (Elbe-Elster) erworben hat, bekommt kalte Füße. Er will mit der Begründung, „nicht geschäftsfähig“ zu sein, vom Kauf zurücktreten.

Der Mann hatte in einer Versteigerung des Berliner Auktionshauses Karhausen, die bundesweit für Aufsehen sorgte, nachdem die Bild-Zeitung titelte, dass ein ganzes Dorf versteigert werde, den Zuschlag bekommen. Das Mindestgebot für die maroden Ein- und Mehrfamilienhäuser samt Grundstücken war auf 125 000 Euro festgelegt, der Hammer fiel bei 140 000 Euro. Der Bieter hatte den Zuschlag erhalten, ohne die Objekte der ehemaligen Bergarbeitersiedlung je gesehen zu haben. Eine Woche nach dem Kauf hat er sich vor Ort den Zustand betrachtet und gemeint, dass er „Schlimmeres vermutet“ hätte.

Doch so einfach zurückziehen kann sich der Käufer jetzt nicht. Es läuft „eine juristische Auseinandersetzung“, bestätigt Matthias Knake, Vorstand des Auktionshauses. Die Begründung „halten wir für fadenscheinig“, ergänzt er. Nun sei zu prüfen, ob der Mann wirklich „nicht geschäftsfähig“ sei, zum Beispiel durch gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Bis das geklärt ist, bleiben die Vorbesitzer, die die Alwine im Jahr 2000 von der Treuhand für eine Mark erwarben und fast nichts investierten, in der Pflicht. Leidtragende sind die 15 Bewohner, deren Lebensqualität sich nach Sturm „Friederike“ weiter verschlechtert hat. Teilweise weisen Dächer jetzt Löcher auf.