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| 02:43 Uhr

Schwuler Organist darf nicht mehr in Chemnitzer Gemeinde spielen

Chemnitz. Ein homosexueller Kirchenmusiker darf in der evangelischen Kirchengemeinde Chemnitz-Klaffenbach nicht mehr die Orgel spielen. Wie der Musiker gegenüber einer evangelischen Wochenzeitung bestätigte, habe die Gemeinde die freiberufliche Zusammenarbeit mit ihm wegen seiner sexuellen Orientierung beendet. Benjamin Lassiwe

Die Gemeinde nehme lieber in Kauf, keinen Kantor als einen schwulen Kantor zu haben, schrieb der Musiker bei Facebook.

In einer offiziellen Stellungnahme betonte die sächsische Landeskirche, dass Homosexualität "weder Kündigungsgrund noch Einstellungshindernis" sei. "In allen kirchlichen Berufen leisten homosexuelle Menschen einen wichtigen und hoch geachteten Dienst für unsere Kirche", so Kirchensprecher Matthias Oelke. Es gebe aber in der Landeskirche "in Bezug auf die Frage des Umgangs mit Homosexualität unterschiedliche theologische Haltungen, die sich jeweils auf biblische Aussagen gründen."

Tatsächlich sorgt das Thema Homosexualität in der sächsischen Kirche für heftigen Streit: Während Großstadtgemeinden für Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare im Gottesdienst und die Öffnung von Pfarrhäusern für Pfarrer in schwuler oder lesbischer Beziehung eintreten, halten Gemeinden im konservativen Erzgebirge erbittert dagegen. Auch der neue Landesbischof Carsten Rentzing hat in der Vergangenheit mehrfach betont, dass eine homosexuelle Lebensweise für ihn nicht dem Willen Gottes entspreche.

Ganz anders ist die Situation in der für Hoyerswerda und Weißwasser zuständigen Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: Hier finden schon seit Jahren Segnungen schwuler und lesbischer Paare statt. Im Frühjahr will man zudem die kirchliche Trauung für Homosexuelle beraten.