ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 08:09 Uhr

Wirtschaftsförderung
Schwierige Suche nach Fachkräften

Die Suche nach versierten und gut ausgebildeten Fachleuten wird für Unternehmen immer mehr zur Lotterie. 
Die Suche nach versierten und gut ausgebildeten Fachleuten wird für Unternehmen immer mehr zur Lotterie.  FOTO: Patrick Pleul / dpa
Potsdam. Die Wirtschaft boomt in Brandenburg. Investoren kommen und brauchen Fachkräfte. Die Suche wird aber immer schwieriger. Unterstützung bietet die Wirtschaftsförderung mit einem besonderen Service.

Die Suche nach versierten und gut ausgebildeten Fachleuten wird für Unternehmen immer mehr zur Lotterie: Wo sind Mitarbeiter zu finden, mit denen die Unternehmen ihre Zukunft planen können? Ende 2020 werden laut Brandenburger Arbeitsministerium 95 000 qualifizierte Fachleute im Land fehlen. Schon jetzt kann jede dritte Stelle nicht besetzt werden. „Wir gehen das Thema offensiv an“, sagte Steffen Kammradt, Sprecher der Geschäftsführung der Wirtschaftsförderung Brandenburg, der Deutschen Presse-Agentur.

Bundesweit einmalig bietet die Wirtschaftsförderung den Unternehmen nicht nur die klassischen Dienste einer Wirtschaftsförderung wie Ansiedlungs- und Förderberatung an. Auch Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Fachkräften oder Weiterbildung sind zunehmend wichtiger.

Allein bis Oktober diesen Jahres seien bereits 1400 Firmen beraten worden - 400 mehr als im Vorjahreszeitraum, sagte Kammradt. Die Unternehmen seien aufgeschlossen, wollten nicht nur ihre Belegschaft aufstocken, sondern auch alle auf neue Herausforderungen einstimmen, so auf die Digitalisierung.

Nachgefragt werden Weiterbildungsmaßnahmen, aber auch Fachkräfte. Auch bei internationalen Akquisitionsreisen sei stets die Frage zu hören: Gibt es ausreichend und gut qualifizierte Mitarbeiter vor Ort?

Das Fachkräfteportal der Wirtschaftsförderung sei 2014 mit 68 000 Zugriffen gestartet. „Heute sind es schon über 170 000“, sagte Kammradt. Für Brandenburger, die nach der Wende wegen der Arbeit oder Ausbildung in den Westen gezogen waren und nun mit dem Gedanken der Rückkehr spielen, sei das Portal eine erste Anlaufstelle. Es gebe einen Überblick über offene Stellen, sagte er. „Immer mehr Brandenburger Firmen stellen ihre Angebote ein“, sagte er.

Bei der Suche nach Fachkräften arbeite die Wirtschaftsförderung eng mit den Arbeitsagenturen zusammen. Auch mit Hochschulen und dem Berufsförderdienst der Bundeswehr werde kooperiert. In der Weiterbildungsdatenbank seien mittlerweile rund 30 000 Angebote zu finden. Das Land fördere die Qualifizierung der Mitarbeiter aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. „Bis zur Hälfte der Kosten können dadurch reduziert werden“, sagte Kammradt. „Das hilft gerade kleinen Unternehmen. Für Investoren ist das aber auch ein wichtiges Argument, sich für eine Ansiedlung zu entscheiden“.

Qualifizierungen seien derzeit vor allem gefragt, um die Mitarbeiter auf die künftige Arbeitswelt und die Digitalisierung einzustellen. Eine Befragung unter 84 Firmen habe gezeigt: Die Erwartungen seien positiv. Gesehen würden weitere Geschäftsmodelle, neue Dienstleistungsangebote oder innovative Produkte. „Für Informationen zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt werden derzeit die Befragungen von 1000 Unternehmen ausgewertet“, sagte Kammradt. Die Ergebnisse würden im kommenden Jahr vorliegen.

Den Firmen gehe es darum, gerade junge Mitarbeiter zu gewinnen und dauerhaft zu halten. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dabei ein wichtiges Thema“, sagte Kammradt. Auch Langzeitarbeitslosen solle der Einstieg in Beschäftigung so ermöglicht werden.

(dpa/fh)