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| 18:47 Uhr

Agrar
Schweinepest: Debatte um Nachtjagden

ARCHIV -  Ein Wildschwein, aufgenommen am 13.11.2017 in Elstal (Brandenburg). Jäger und Landwirte sind sich einig: Es gibt mehr Wildschweine in Mecklenburg-Vorpommern, als Wald und Feld vertragen. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - Ein Wildschwein, aufgenommen am 13.11.2017 in Elstal (Brandenburg). Jäger und Landwirte sind sich einig: Es gibt mehr Wildschweine in Mecklenburg-Vorpommern, als Wald und Feld vertragen. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Bernd Settnik / dpa
Potsdam. (iwe) Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest und die übermäßige Wildschweinpopulation in Brandenburg sollten Jäger nach Ansicht der Landtagsabgeordneten Iris Schülzke (parteilos) auch mit Nachtzielgeräten jagen dürfen.

(iwe) Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest und die übermäßige Wildschweinpopulation in Brandenburg sollten Jäger nach Ansicht der Landtagsabgeordneten Iris Schülzke (parteilos) auch mit Nachtzielgeräten jagen dürfen.

Schülzke, die selbst Hobbyjägerin ist, erklärte, angesichts der zunehmenden Wildschweinbestände sei man mittlerweile auf die Nachtjagd angewiesen. „Mit der Zieltechnik kann man das Tier anvisieren, um es sicher zu treffen“, sagte Schülzke. Gerade weil Wildschweine nachts oft in der Rotte unterwegs seien, sei die Nachtsichttechnik hilfreich.

 Der Präsident des Landesjagdverbands, Dirk-Henner Wellershoff, sagte gegenüber dieser Zeitung, dass sich sein Verband noch keine einheitliche Position zu diesem Thema gebildet habe. „Ich habe aber den Eindruck, dass wir ob der Probleme, die auf uns zukommen, alle Möglichkeiten nutzen müssen.“ Freilich befände man sich hier im Spannungsbogen von Tierschutz und Ethik. „Wir müssen uns schon fragen, ob wir den Tieren gar keine Pause gönnen wollen.“ Dennoch werde aus Sicht des Landesjagdverbands der Handlungsdruck größer. „Wir müssen vor allem den Fokus auf Gebiete legen, wo die Jagd derzeit total ruht“, sagte Wellershoff. „Angesichts der Afrikanischen Schweinepest darf es solche Schutzzonen nicht mehr geben.“

Der landwirtschaftspolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Benjamin Raschke, wies die Forderungen dagegen zurück. „Die Jäger haben es auch in der Vergangenheit nicht geschafft, den Wildschweinbestand zu senken“, sagte Raschke.

„Wenn wir Bestände reduzieren wollen, dann brauchen wir eine Landwirtschaft ohne Mais-Monokulturen.“ Nötig seien Schuztstreifen zwischen Wald und Feldflur, auf denen kein Mais angebaut werde. Was die Afrikanische Schweinepest betrifft, sorge er sich eher um das Thema der Entsorgung von Tierkadavern. „Wäre ein Betrieb wie Tornitz mit 50 000 Tieren betroffen, müssen wir uns durchaus die Frage stellen, wie wir 50 000 Schweine eigentlich entsorgen wollen.“

(iwe)