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| 17:53 Uhr

Umweltschutz
Schwarze Elster im Visier

Viel erreicht beim Hochwasserschutz: Jörg Vogelsänger.
Viel erreicht beim Hochwasserschutz: Jörg Vogelsänger. FOTO: Bernd Settnik
Potsdam. Vogelsänger: Hochwasserschutz ist „Herausforderung für nächstes Jahrzehnt“. Von Benjamin Lassiwe

Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat den Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster als „Herausforderung für das nächste Jahrzehnt“ bezeichnet. An dem Fluss sind bislang nur rund 14 Prozent der Deiche auf dem aktuellen Stand der Technik.

Wie Vogelsänger im Landwirtschaftsausschuss des Potsdamer Landtags erklärte, werde die erste Maßnahme zum Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster 2019 bei Ort­rand beginnen. Weitere Projekte seien mit einem Baustart in den Jahren 2021 und 2022 in Herzberg, Elsterwerda und Bad Liebenwerda geplant. Dort wolle man eine Vorgehensweise, die bereits in Breese in der Prignitz erprobt wurde, in die Lausitz transferieren: Die Baumaßnahmen sollten einhergehen mit der Sanierung der Bundesstraße 169.

Weitere Baumaßnahmen finden in der Lausitz in den nächsten Jahren unter anderem an der Elbe bei Mühlberg und an der Einmündung der Egelneiße in die Neiße bei Guben statt. In der Prignitz seien die Hochwasserschutzmaßnahmen dagegen in der Endphase: Mittlerweile seien 98 Prozent des Hauptdeichs der Elbe erneuert. In Cumlosen sei das Schöpfwerk „in Arbeit“, der Deichbau zwischen Wittenberge und Gnevsdorf abgeschlossen. „Die entsprechenden Termine vor Ort sind für einen Minister sehr entspannt, weil dort viel erreicht wurde“, sagte Vogelsänger. Der Abteilungsleiter im Umweltministerium, Kurt Augustin, sagte im Ausschuss, das Land sei beim Hochwasserschutz auf dem richtigen Weg. So habe man in Wittenberge etwa die Deiche erhöht. „Aber die Grundlage muss sein: Gebt den Flüssen mehr Raum“, sagte Augustin.

Allerdings müsse Brandenburg damit rechnen, dass durch den Klimawandel auch die Niederschläge ansteigen, sagte Fred Hattermann vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Witterungsextreme nähmen zu. Hattermann verwies auf Studien, wonach hundertjährige Hochwasser häufiger zunehmen. Deswegen müsse auch mit höheren Schäden etwa an der Elbe gerechnet werden. „Es wird eine deutliche Zunahme bei den Schäden geben, wenn wir uns nicht anpassen“, sagte Hattermann. Auch Sturzfluten, die ohne große Vorwarnzeiten entstehen, würden künftig zunehmen.