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| 16:58 Uhr

Modellprojekt soll weiterlaufen Update
Schulkrankenschwestern leisten in der Lausitz erste Hilfe

Schwester  Deborah „Debby“ Lebedies (Mitte) ist an drei Grundschulen im Landkreis Elbe-Elster im Einsatz.
Schwester Deborah „Debby“ Lebedies (Mitte) ist an drei Grundschulen im Landkreis Elbe-Elster im Einsatz. FOTO: SPD Finsterwalde
Cottbus/Potsdam. Das Modellprojekt zu Schulkrankenschwestern soll in Brandenburg weiter laufen. Dafür sprach sich die Gesundheitsministerin am Donnerstag in Potsdam aus. Auch in der Lausitz sind solche rettenden Engel im Einsatz.

„Bisherige Ergebnisse haben gezeigt, dass sich mit Schulkrankenschwestern die Gesundheitsversorgung der Kinder verbessert», sagte Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) am Donnerstag in Potsdam. Die Akzeptanz der Fachkräfte bei Schülern, Lehrern und Eltern sei sehr hoch. Sie werde sich im Landtag bei den Beratungen für den Doppelhaushalt für die Bereitstellung weiterer finanzieller Mittel einsetzen, sagte die Ministerin. Bislang gibt es zehn Krankenschwestern - offiziell heißen sie Schulgesundheitsfachkräfte - die an den 20 Modell-Schulen arbeiten. Künftig soll die Zahl um weitere zehn Kräfte aufgestockt werden.

Das zweijährige, im Februar 2017 gestartete Projekt kostet nach den Angaben etwa 1,4 Millionen Euro. Etwa 800 000 Euro steuert das Land bei, insgesamt rund 400 000 Euro kommen von der AOK Nordost und der Landes-Unfallkasse. Die restliche Summe tragen das Bildungsministerium und der AWO Bezirksverband Potsdam.

Wenn sich ein Kind bei Sportunterricht die Hand verstaucht, wenn die Nase blutet, der Bauch schmerzt oder ein aufgeschrammtes Knie in der großen Pause verarztet werden muss, ist ihre Hilfe gefragt: Seit zwei Jahren sind Schulkrankenschwestern in Brandenburg im Einsatz.

Auf einer Fachtagung am Donnerstag in Potsdam wurden bisherige Ergebnisse präsentiert und geprüft, ob das Vorhaben künftig regulär fortgesetzt und ausgeweitet werden könne. Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) hat erste Erfahrungen präsentiert.

Schulkrankenschwestern sollen bei kleineren Verletzungen oder Erkrankungen schnell helfen. Auch in Gesundheitsfragen sollen sie beraten, etwa zu richtiger Ernährung oder ausreichender Bewegung. International sind sie Alltag in Skandinavien, Polen oder den USA bereits Alltag an Schulen.

Auch in der Lausitz sind mehrere solcher rettenden Engel in Schulen im Einsatz. So betreut zum Beispiel in Finsterwalde Krankenschwester Deborah Lebedies Mädchen und Jungen einer Grundschule in der Stadtmitte und zwei weitere Grundschulen in Nehesdorf und Rückersdorf (alle Elbe-Elster), wie die RUNDSCHAU erst kürzlich berichtete. Mit mehr als 20 Fällen pro Tag ist „Schwester Debby“, wie sie genannt wird, voll ausgelastet und wird von Schülern und Lehrern geschätzt.

In Cottbus wird das Projekt ebenfalls getestet: An der Regine-Hildebrandt-Schule und an der Friedrich-Fröbel-Schule ist jeweils an zwei Tagen eine Krankenschwester im Einsatz. „Es ist wichtig, den Kindern zuzuhören“, sagte Schulkrankenschweister Sybille Rudnik nach dem Start des Modellprojektes im RUNDSCHAU-Gespräch. „Da kommen manche mit Bauchschmerzen, und während sie bei mir auf der Liege ausruhen, erzählen sie mir von ihren eigentlichen Sorgen." Auch Angst vor Schulversagen, Streit mit der besten Freundin, Ärger mit den Eltern seien Themen bei den Gesprächen mit den Kindern.

(uf)