Bis zum Beginn des kommenden Jahrzehnts sollen laut einer Prognose der Kultusministerkonferenz rund 6000 mehr Kinder und Jugendliche an den brandenburgischen Schulen lernen. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Land soll von rund 295.000 im Jahr 2020 auf etwa 301.000 im Jahr 2030 ansteigen, wie die Kultusministerkonferenz mitteilte.
Sie wächst damit in diesem Zeitraum um rund zwei Prozent, was in etwa dem allgemeinen Trend in den ostdeutschen Flächenländern entspricht. Bundesweit rechnet die Kultusministerkonferenz für das Jahr 2030 mit rund einer Million beziehungsweise rund neun Prozent mehr Schülern.
Die steigenden Schülerzahlen entfallen in Brandenburg laut der Hochrechnung zu ähnlichen Teilen auf allgemeinbildende und berufliche Schulen. In den Allgemeinbildenden Schulen werden aufgrund demografischer Entwicklungen allerdings im Jahr 2030 rund 6000 weniger Kinder in der Primarstufe erwartet, während voraussichtlich etwa 13.000 mehr Kinder und Jugendliche die Sekundarstufe besuchen sollen.

Schulen in Brandenburg: Mehr Abbrecher erwartet

Auch die Zahl der Absolventen und Schulabgeher wächst an den allgemeinbildenden Schulen erwartungsgemäß an – von rund 21.000 im Jahr 2020 auf etwa 24.000 im Jahr 2030. Den anteilsmäßig größten Zuwachs verzeichnen laut der Prognose allerdings die Schulabbrecher ohne Hauptschulabschluss: Deren Zahl soll von rund 1100 auf 1600 und damit um rund 45 Prozent anwachsen. Die Zahl der Absolventen an den Berufsschulen bleibt laut den Hochrechnungen auf dem Niveau von 2020.
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Frankfurt (Oder)

Abi-Fahrten wird es im Jahr 2030 voraussichtlich häufiger geben: Die Zahl der Absolventen mit Hochschulreife und Fachhochschulreife steigt laut der Prognose von 10.600 auf 11.900 an und wächst damit um rund zwölf Prozent. Gemessen an der in etwa gleichaltrigen Bevölkerung sinkt der Anteil der Abiturienten in Brandenburg im selben Zeitraum allerdings von 51,8 Prozent auf 48,5 Prozent.
Insgesamt ist unklar, ob der Trend zu größeren Schülerzahlen in Brandenburg von Dauer sein wird. Für die ostdeutschen Bundesländer wird allgemein davon ausgegangen, dass die Schülerzahlen bis 2035 wieder zurückgehen und unter das Niveau von 2020 fallen werden. Ähnliche Hochrechnungen für das Land existieren bisher nicht.