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Schon über 100 Waldbrände in Brandenburg

Eine Mitarbeiterin der "Stiftung Naturlandschaften Brandenburg - Die Wildnisstiftung" beobachtet am 29.05.2017 dunkle Rauchwolken eines Waldbrandes im Gebiet der Lieberoser Heide.
Eine Mitarbeiterin der "Stiftung Naturlandschaften Brandenburg - Die Wildnisstiftung" beobachtet am 29.05.2017 dunkle Rauchwolken eines Waldbrandes im Gebiet der Lieberoser Heide. FOTO: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)
Cottbus/Potsdam. In den Brandenburger Wäldern brennt es derzeit häufig. Von März bis Juni hat das Ministerium bereits 101 Brände registriert, weit mehr als üblich. Droht ein neuer Rekordsommer? bob

Warnstufe 4 in den Lausitzer Wäldern. Auch am Donnerstag wurde für die Kreise von Dahme-Spreewald bis Görlitz wieder die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen, keine Seltenheit in diesem bisher vergleichsweise trockenen Frühjahr und Sommer. "Das schöne Wetter der vergangenen Wochen hat vielerorts dazu geführt, dass die Feuerwehren zu Waldbrandeinsätzen ausrücken mussten. So wurden in den Brandenburger Wäldern von März bis Juni bereits 101 Brände registriert", stellt Jens-Uwe Schade, Sprecher des Landesumweltministeriums in Potsdam ,fest.

Der größte Brand ereignete sich Ende Mai in der Lieberoser Heide. 250 Hektar standen in Flammen. Regen kam den Feuerwehren auf der munitionsbelasteten Fläche zur Hilfe. Sonst hätten die Löscharbeiten Tage dauern können.

So viel Glück haben die Lausitzer Wälder derzeit aber selten. Der Deutsche Wetterdienst vermeldet bis zum Juni ein erhebliches Niederschlagsdefizit in weiten Teilen des Landes. Auch das vergangene Jahr galt als zu trocken und wärmer als der Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Bei manchen Forstleuten kommen Erinnerungen an das extreme Waldbrandjahr 2003 hoch, als im Jahrhundertsommer 697 Waldbrände in der Mark wüteten.

Grund zur Sorge geben die Ursachen der bisher registrierten Brände. "Während normalerweise zwei Drittel aller Brände auf Fahrlässigkeit von Menschen zurückzuführen sind, muss der Landesbetrieb Forst Brandenburg in diesem Jahr registrieren, dass vermehrt vorsätzliche Brandstiftung als Ursache in Frage kommt", so Schade. In mehr als 30 Prozent aller Waldbrände werde wegen Brandstiftung ermittelt.

Die aktuelle Lage bleibt angespannt. "Die Regenschauer haben nur in einigen Landesteilen die erhoffte Entspannung gebracht", so Schade. Für die kommenden Tage ist weiter trockenes Wetter vorhergesagt. Deshalb bleiben die Forstleute in Alarmbereitschaft.

Bereits ab der Gefahrenstufe 3 ist neben den Bereitschaftsdiensten im Forst auch wieder die automatisierte Früherkennung in Betrieb. Steigt irgendwo in den Wäldern eine Rauchwolke über den Baumkronen auf, registriert das System mit hochauflösenden Sensoren das Ereignis und meldet es an eine der sechs Waldbrandzentralen im Land. "Die dort tätigen Forstleute sind geschult und erkennen schnell, ob es sich um einen Waldbrand, das illegale Verbrennen von Grünabfällen oder doch nur um eine riesige Staubwolke von Erntearbeiten auf dem Feld handelt", so Schade.

Wird ein Waldbrand erkannt, erfolgt die Meldung an die Leitstelle der Feuerwehr. Mit der schnellen Alarmierung und dem Ausrücken der Einsatzkräfte soll die Brandfläche klein gehalten werden. Bisher ist das gelungen. Abgesehen vom Brand in der Lieberoser Heide konnte die Schadfläche in Brandenburg auf durchschnittlich 0,3 Hektar begrenzt werden.