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| 01:03 Uhr

Schönbohm rügt Überschätzung von Fusionspartner Berlin

Potsdam/Berlin.. Äußerungen von Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) zu Brandenburgs Rolle in einer Länderehe sind in der Mark auf heftige Kritik gestoßen. Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) reagierte gestern empört.

Sarrazin hatte nach einem Pressebericht vor der Enquetekommission des Abgeordnetenhauses auf die schwache wirtschaftliche Lage Brandenburgs und die sinkenden Bevölkerungszahlen verwiesen. "Machen wir uns nichts vor, ein gemeinsames Land besteht aus Berlin mit angeschlossener Landschaftspflege."
"Die Äußerung zeugt von Verblendung und Selbstüberschätzung", sagte Schönbohm. "Mit solchen Sprüchen kann man die Brandenburger nicht überzeugen." Dagegen begrüßte er den Vorschlag von Sarrazin und dem Vorstand der Deutschen Nationalstiftung, Richard Schröder, ein gemeinsames Bundesland Brandenburg zu nennen. Die Namensgebung sei aber nicht der entscheidende Punkt, betonte Schönbohm.
Schröder hatte erklärt, "Berlin hat sich als Stadtstaat nie selbst erhalten können". Deshalb sei Berlin als eigenes Bundesland kein Zukunftsmodell. Sarrazin bezeichnete Berlins gegenwärtigen Status als "schieren Unfug". Beide sprachen sich für den Namen Brandenburg aus, weil die deutsche Hauptstadt über ausreichend Strahlkraft verfüge. (dpa/ta)