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| 13:24 Uhr

Potsdam/Dresden
Schäfer übergeben Petition zur Zukunftssicherung

Mit einem Bock protestieren Schäfer vor dem Brandenburger Landtag.
Mit einem Bock protestieren Schäfer vor dem Brandenburger Landtag. FOTO: Bernd Settnik / dpa
Potsdam/Dresden. Brandenburger Schäfer sind am Donnerstag mit einem Schafbock zum Landtag in Potsdam gezogen, um auf die prekäre Lage des Berufsstandes aufmerksam zu machen. Übergeben wurde eine Petition, die 120 000 Menschen bundesweit unterschrieben hatten. Auch in Dresden, Erfurt und Magdeburg waren Aktionen geplant.

„Wir verlangen sofortige finanzielle Hilfe, sonst stirbt der Berufsstand aus“, sagte Knut Kucznik, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg. Derzeit halten in Brandenburg 75 Schäfer rund 75 000 Tiere. Die Zahlen hätten sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu halbiert.

Die vier Schäfer, die mit einem Schafbock und einem Hund in den Innenhof gekommen waren, wurden aufgefordert, die nach der Hausordnung des Landtags unzulässige politische Aktion vor das Gebäude zu verlagern. Dabei kam es zu einer kleinen Rangelei mit Teilnehmern. Der AfD-Landtagsabgeordnete Sven Schröder, der die Petition entgegengenommen hatte, kritisierte die Unfreundlichkeit gegenüber den Schäfern.

Eine Weidetierprämie würde den Schäfern schon etwas weiter helfen, sagte Kucznik. Damit würden die Schäfer für ihre gesellschaftlichen Leistungen ein wenig entlohnt. Aufgrund der hohen Kosten einer naturnahen Tierhaltung sei die Schäferei seit langem nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Doch offenbar habe die Politik kein Interesse, den Schäfern zu helfen und nehme den drohenden Untergang des Berufsstandes in Kauf, kritisierte Kucznik.

(dpa/bob)