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| 07:55 Uhr

Zu kalt fürs Edelgemüse
Schade: Ostern ohne Brandenburger Spargel

Noch muss das Edelgemüse reifen. Dazu hat die Agrargenossenschaft Unterspreewald die Spargelreihen mit Folie abgedeckt. Brandenburger Freilandspargel wird es aufgrund des kalten Wetters in diesem Jahr zu Ostern nicht geben.
Noch muss das Edelgemüse reifen. Dazu hat die Agrargenossenschaft Unterspreewald die Spargelreihen mit Folie abgedeckt. Brandenburger Freilandspargel wird es aufgrund des kalten Wetters in diesem Jahr zu Ostern nicht geben. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Beelitz. Ostern und erster Brandenburger Spargel gehören fast immer zusammen. In diesem Jahr heißt es aber Verzicht für die Verbraucher. Für das Edelgemüse ist es im Boden einfach zu kalt.

Zum Osterschmaus gibt es in diesem Jahr noch keinen Brandenburger Freilandspargel. „Es ist einfach zu kalt“, sagte Jürgen Schulze, Geschäftsführer des Verbandes der ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer, auf Anfrage. Zudem falle das bewegliche Fest in diesem Jahr zu früh. Ende März/Anfang April konnte aufgrund der Witterung bislang selten Spargel gestochen werden. „Wir brauchen richtig Sonne, um den Boden zu erwärmen“, sagte er.

In 40 Zentimeter Tiefe, wo die edlen Stangen wachsen, sei es bislang nur sechs Grad warm, sagte Malte Voigts, Geschäftsführer des Spargelhofes Kremmen (Ostprignitz-Ruppin) in West-Brandenburg. „Wir brauchen aber zehn bis zwölf Grad mindestens.“ Voigts rechnet damit, dass auf seinen Hof am 5. oder 6. April die ersten Stangen gestochen werden. Eine Woche nach der ersten Ernte gehe es in der Regel dann richtig los. „Dann gibt es guten Ertrag“, sagte Voigts.

Kunden vertrösten muss auch Jürgen Jakobs, Geschäftsführer von von Jakobs Spargelhöfen in Beelitz (Potsdam-Mittelmark). Es sei schade, aber man könne einfach keine Hoffnung machen. „Alle fragen nach, aber es liegt nicht in unserer Hand, wir können nichts machen“, sagte er. Ein Sonnentag allein mache nicht das kalte Wetter der vergangenen Wochen wett.

Auf Nummer sicher geht Thomas Syring vom Beelitzer Spargelbetrieb Syring. Er rechne mit einem Erntebeginn am 15. April. „Wenn es dann einen Tag eher wird, freuen sich die Kunden“, sagte er.

Die eigentlich früher geplante offizielle Eröffnung der Spargelsaison in Beelitz sei in diesem Jahr bereits auf den 21. April verschoben worden, sagte Manfred Schmidt, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins. Bis dahin laufe die Ernte, hofft er. Die Saison geht traditionell bis 24. Juni. Ab dann dürfen sich die Spargelpflanzen erholen.

Spargel wächst in Brandenburg auf knapp 5000 Hektar. In und um Beelitz (Potsdam-Mittelmark) liegt Ostdeutschlands größtes geschlossenes Spargel-Anbaugebiet mit etwa 1700 Hektar. Seit über 150 Jahren wird dort das Gemüse von derzeit etwa 14 Betrieben angebaut. Im Vorjahr wurde im gesamten Land eine Rekordernte von etwa 22 200 Tonnen gestochen.

(dpa/fh)