Nach dem Einmarsch der russischen Truppen in der Ukraine haben sich mittlerweile Millionen Menschen auf den Weg gemacht. Sie kommen mit Zügen, Autos, Transportern oder zu Fuß und suchen Zuflucht. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerkes UNHCR haben innerhalb einer Woche eine Million Menschen ihre Heimat verlassen. „Die Lage in der Ukraine ist katastrophal“, so Andriy Waskowyczk, ehemaliger Präsident der Caritas Ukraine, der am Freitag den Caritasverband Berlin-Brandenburg besuchte und direkt aus seinem Land berichtete. Die Zerstörungen durch die russische Armee seien noch viel dramatischer, als das hier bekannt ist, erklärte Waskowyczk.

Brandenburger wollen helfen

Viele Menschen in Brandenburg fragen sich, wie sie helfen können. Nach der erfolgreichen Spendenaktion im vergangenen Sommer für die Flutopfer im Ahrtal, haben das Märkische Medienhaus und die Lausitzer Rundschau gemeinsam mit der Caritas wieder eine eigene Hilfsaktion ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Brandenburg hilft Ukraine-Flüchtlingen“ sammeln wir Geld für Menschen, um die schwerste Not zu lindern.

Spendenaktion „Brandenburg hilft Flüchtlingen aus der Ukraine“

Das Spendenkonto lautet:
Caritasverband Berlin
IBAN: DE31 1002 0500 0003 2135 00
BIC: BFSWDE33BER
Stichwort: „Ukraine – Brandenburg hilft“
Trotz Beschuss und Bombenhagel leisten rund 1.000 Caritas-Mitarbeitende und viele Freiwillige in 19 Caritas-Zentren Tag und Nacht Überlebenshilfe für Kriegsbetroffene und Flüchtlinge. Die Caritas arbeitet dabei eng mit kirchlichen Strukturen und lokalen Behörden zusammen. „Gelder werden nur dort eingesetzt wo die Caritas genau weiß, dass sie bei den Hilfsbedürftigen ankommen“, sagt Thomas Gleißner, Pressesprecher der Caritas des Erzbistums Berlin. Zum Erzbistum Berlin gehören die Hauptstadt, Teile Brandenburgs, Vorpommern sowie die Stadt Havelberg in Sachsen-Anhalt.

Caritas auch in Polen aktiv

Die Flüchtlingszahlen in den Nachbarländern der Ukraine steigen stetig an. In Polen werden eine Million geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer erwartet, zehntausende Menschen haben bereits Moldawien und Rumänien erreicht und die Warteschlangen vor den Grenzen sind kilometerlang. Auch dort ist die Caritas aktiv.
„Aber auch in Deutschland steigen die Flüchtlingszahlen immer mehr. Deshalb konzentriert sich die Caritas hier auf die Organisation von Hilfsangeboten hier bei uns in Berlin und Brandenburg“, sagt Caritasdirektorin Ulrike Kostka. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist sehr groß, das ist sehr ermutigend, so Kostka. Ein Caritas-Koordinierungsstab sorgt dafür, dass die Hilfe dort ankommt wo sie am nötigsten gebraucht wird.
Ulrike Kostka, Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin
Ulrike Kostka, Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin
© Foto: Maurice Weiss

Begegnungszentren geplant – auch Ehrenamtliche werden gesucht

In Berlin und Brandenburg ist die Caritas zurzeit dabei, Wohnmöglichkeiten zu schaffen und Ehrenamtliche zu vermitteln. Besonderes benötigt werden Ehrenamtliche, die ukrainisch sprechen. Die Caritas will Begegnungszentren aufzubauen, wo sich geflüchtete Mütter mit Kindern treffen können, sich über ihre Sorgen und Nöte austauschen und zugleich von erfahrenen Caritas-Mitarbeitenden dabei beraten werden, wie sie bei uns zurechtkommen.
Es ist auch ein Fonds für besondere Notlagen Einzelner angedacht. „Jetzt ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und gemeinsam mit staatlichen Stellen, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Ehrenamtlichen Hilfsmöglichkeiten bereitzustellen, die genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden“, sagt die Caritasdirektorin. „Wer uns dabei unterstützen will, Menschen in Not aufzufangen, ob ehrenamtlich oder mit einer Spende hilft uns sehr“, so Ulrike Kostka.
Alle aktuellen Entwicklungen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine gibt es in einem Liveticker.