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| 15:00 Uhr

Besonders im Landkreis Dahme-Spreewald
Russisch-Lehrer werden rar

Cottbus. Russisch ist als zweite Fremdsprache in der Lausitz nach wie vor die erste Wahl.

Russisch ist eine von sechs Arbeitssprachen der Vereinten Nationen und eine verbreitete Diplomatensprache. In der Lausitz wird Russisch als Fremdsprache nach wie vor fleißig erlernt. Das bestätigt  Cornelia Orphal vom Staatlichen Schulamt Cottbus.

Von 64 Schulen zwischen Spreewald und Kmehlener Bergen von der Primarstufe bis zur Berufsschule wird Russisch an 36 Bildungseinrichtungen gelehrt. 370 Lehrer haben eine fundierte Russisch-Ausbildung. Allerdings sind 55 der Profis für die kyrillische Schrift und die schwere Grammatik der slawischen Weltsprache an Grundschulen tätig. Das ist der Trennung von Grund- und weiterführender Schule im wiedervereinigten Deutschland geschuldet. Denn die meisten der derzeit aktiven Russisch-Pädagogen haben das Studium bereits vor der Wende für die zuvor zehnklassige Polytechnische Oberschule (POS) oder die Erweiterte Oberschule (EOS)  absolviert. Mit dem Ausscheiden vieler älterer Kollegen aus dem Schuldienst werden Russisch-Lehrer deshalb jetzt rar. Das sieht Cornelia Orphal mit Sorge. „Unsere Bewerberdatenbank weist einen deutlichen Rückgang an jungen Lehrern mit dem Fach Russisch aus. Aber das können wir leider nicht beeinflussen“, sagt sie. Bedarf an Lehrern, die diese Sprache engagiert unterrichten, sei unbedingt gegeben.

Die 320 verfügbaren Lehrer, die in der Lausitz der russischen Sprache mächtig sind, sind regional gut verteilt tätig. Nur in Dahme-Spreewald ist es schon knapp. Hier wird nur noch an zwei Gymnasien in Luckau und Lübben das russische Alphabet gelehrt. Im nördlichen Kreisgebiet steht Russisch indes nur noch auf dem Programm einer Gesamtschule. In Cottbus und Spree-Neiße sowie in Oberspreewald-Lausitz ist der Wunsch der Eltern nach Russisch als zweiter Fremdsprache nach wie vor sehr groß. „Das ist der Tradition und der regionalen Lage geschuldet“, ordnet Cornelia Orphal ein. Englisch rangiert als erste Fremdsprache vorn. Und Französisch und Spanisch holen bei der Wahl der zweiten Fremdsprache zwar auf. Russisch aber ist in Ostdeutschland noch stärker nachgefragt. Kräftig auf dem Vormarsch ist Polnisch. Am stärksten  seit der europäischen Osterweiterung in Großbritannien: Hier ist Polnisch die zweitmeist gesprochene Sprache.