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| 18:28 Uhr

Brandenburg
Rund 3500 Flüchtlinge haben inzwischen regulären Job

 Im Land Brandenburg haben inzwischen rund 3500 Flüchtlinge einen sozialversicherungspflichtigen Job.
Im Land Brandenburg haben inzwischen rund 3500 Flüchtlinge einen sozialversicherungspflichtigen Job. FOTO: dpa / Carsten Rehder
Ludwigsfelde. Integration ist kein Sprint, sondern eher ein Marathonlauf, sagt Regierungschef Woidke. Immerhin 3500 Flüchtlinge haben im Land nun einen festen Job. Die Wirtschaft hofft auf mehr.

Im Land Brandenburg haben inzwischen rund 3500 Flüchtlinge einen sozialversicherungspflichtigen Job. Das sind knapp 3000 mehr als im August 2015 vor Beginn der Flüchtlingskrise, wie die Bundesagentur für Arbeit am Montag in Ludwigsfelde mitteilte. Weitere 800 Flüchtlinge hätten eine geringfügige Beschäftigung, einen sogenannten Minijob, gefunden. Erfasst wurden für die Statistik nur die acht wichtigsten Herkunftsländer, die aber den überwältigenden Anteil ausmachen.

Insgesamt hat damit erst ein Bruchteil der Geflüchteten einen festen Job gefunden. Bei den Arbeitsagenturen seien derzeit knapp 11 000 Geflüchtete als arbeitssuchend gemeldet, sagte der Chef der Regionaldirektion, Bernd Becking, weiter. Davon seien 6400 in Sprachförderkursen oder Qualifizierungsmaßnahmen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte, die Zahlen zeigten, dass man es schaffen könne, viele Flüchtlinge in Arbeit und Gesellschaft zu integrieren. Zugleich betonte er, dass derzeit eines der größten Probleme für die Wirtschaft der Fachkräftemangel sei und dies auch eine der größten Gefahren für eine gute Entwicklung des Landes sei.

„Die Integration ist kein Sprint, die Integration ist ein Marathonlauf“, sagte Woidke. Er sei fest überzeugt, dass das Geld von Bund und Land in die Integration von Flüchtlingen gut angelegt sei. Es gehe nun darum, eine große Herausforderung als Chance zu nutzen.

Der Chef des Volkswagen-Logistikzentrums in Ludwigsfelde, Andreas Klemm, berichtete, bei der Gründung des Betriebs im Jahr 2006 habe die Arbeitslosigkeit in der Region 15 Prozent betragen. Damals habe Volkswagen weder Anzeigen noch Arbeitsagentur benötigt, um genügend Mitarbeiter zu finden. Heute gebe es dagegen deutliche Probleme, in der Logistik-Region Ludwigsfelde Fachkräfte zu finden. Daher seien erstmals auch Flüchtlinge eingestellt worden. Die Erfahrungen damit seien gut - die Flüchtlinge seien vorher qualifiziert worden und sprechen gut deutsch. Becking sagte, in manchen Regionen Brandenburgs gebe es praktisch bereits eine Vollbeschäftigung.

Nach einer Analyse der Bundesagentur haben rund 59 Prozent der Flüchtlinge Jobs in mittelgroßen Betrieben gefunden, 24 Prozent kamen in großen Betrieben unter und 17 Prozent in kleinen Betrieben. Unter den Branchen profitierten besonders stark das Gastgewerbe, der Bereich Verkehr und Lager sowie Handel und Kfz-Werkstätten. Die Zahl der Auszubildenden lag nach der jüngsten vorliegenden Statistik vom Januar vergangenen Jahres bei etwa 330, im Juli dieses Jahres waren fast 660 Geflüchtete bei den Arbeitsagenturen als Bewerber für eine duale Ausbildung gemeldet.

(dpa/fh)