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| 01:07 Uhr

Roter Krebs schwebte gestern in Holzdorf ein

Holzdorf.. Mehr als nur symbolischen Charakter hatte gestern Vormittag das Einschweben der ersten Cottbuser Heeresflieger auf dem Fliegerhorst Holzdorf. Zwar nimmt die Heeresfliegerstaffel 1 ihren offiziellen Dienstbetrieb erst am 19. Mai von Holzdorf aus auf, doch an Betriebsamkeit fehlt es in den neu eingerichteten Büro- und Werftgebäuden nicht. Zahlreiche Soldaten sind momentan damit beschäftigt, den reibungslosen Beginn des Dienstbetriebes sicherzustellen. Von Sven Gückel

Keine vierzig Minuten waren die drei Maschinen von Cottbus nach Holzdorf in der Luft. Routinemäßig landeten sie anschließend auf der zuvor noch gereinigten Bodenplatte, die fortan das neue Zuhause der Hubschrauber werden wird. Im Zuge der Umstrukturierung der Bundeswehr verlegt die Heeresfliegerstaffel 1 ihre 15 Maschinen vom Typ BO 105 und etwa 200 Mann Personal in dieser Woche nach Holzdorf. Ihre Aufgabe wird es sein, als Unterstützungsstaffel ( „fliegendes Taxi“ ) den Heeresfliegerkräften in ganz Deutschland logistisch zu helfen.
Mit der Verlegung innerhalb des Bundeslandes Brandenburg war es dem Bund möglich, Dienstposten zu streichen, aber auch Steuergelder für den Betrieb zweier Flugplätze einzusparen. Der Standort Cottbus wird am 12. Juni diesen Jahres im Rahmen eines Fly-Out letztmalig in Betrieb sein. „Fliegende Kräfte aus ganz Deutschland werden dann in Cottbus eintreffen, um dem Platz die letzte Ehre zu erweisen“ , erläutert Staffelkapitän Major Heiko Reichenauer. Traditionell wird die letzte Maschine des Standortes zudem bunt angestrichen. Verziert mit einem riesigen roten Krebs (aus dem Cottbuser Stadtwappen), der brandenburgischen Fahne und dem Zeichen der Staffel, ein Storch, führte diese BO 105 gestern bereits die erste Vorhut nach Holzdorf an.
Von den Bedingungen des neuen Arbeitsfeldes zeigte sich Major Reichenauer begeistert. „Alles ist neu, was will man mehr“ , so seine erste Einschätzung. Zudem sei seine Staffel von den Verbänden der Luftwaffe am Standort sehr gut aufgenommen worden. „Ich gehe davon aus, dass wir auf einer sehr guten Ebene kooperieren werden“ , fügte Presseoffizier und Pilot Oberleutnant Mario Kaspar an.
Etwas mehr Probleme bereiten da schon die privaten Einschnitte der Kameraden. Nur die wenigsten von ihnen werden in den kommenden Wochen den Schnitt machen und ihr Leben nach Holzdorf verlegen. „Viele von uns haben in Cottbus und Umgebung ein Haus, Kinder in der Schule oder Frauen mit festen Jobs“ , erläutert der Staffelchef gegenüber der RUNDSCHAU. Dies alles aufzugeben, wäre sicher nicht so einfach. Daher wird ein Großteil des Personals mit dem Pendelverkehr zwischen beiden Orten vorlieb nehmen. Der Umzug der ganzen Staffel soll spätestens am 31. Juni abgeschlossen sein.