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| 19:23 Uhr

Brandenburg
Mobilfunk zur Untermiete bei der Polizei

Fehlender Empfang ist immer noch vielerorts ein Ärgernis.
Fehlender Empfang ist immer noch vielerorts ein Ärgernis. FOTO: dpa / Hauke-Christian Dittrich
Potsdam. Den Handy-Empfang sichern: Brandenburgs Landesregierung will Funklöcher schließen. Von Benjamin Lassiwe

Brandenburgs rot-rote Landesregierung will mit der Doppelnutzung von Polizeifunkmasten gegen Funklöcher im Handynetz vorgehen. Insgesamt 32 Masten, die eigentlich für den Polizeifunk vorgesehen sind, sollen künftig von Handyanbietern mitgenutzt werden können. Eine entsprechende Vereinbarung schloss die Landesregierung am Dienstag mit den Mobilfunkanbietern Vodafone, Telekom und O2.

„Wir wollen eine möglichst flächendeckende Mobilfunkversorgung in Brandenburg erreichen“, erklärte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber am Dienstag in Potsdam. Leistungsfähige Mobilfunkverbindungen seien für eine funktionierende Wirtschaft und eine öffentliche Verwaltung elementar. Auch die Prignitzer Innenstaatssekretärin Katrin Lange betonte, man baue den Digitalfunk für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben aus und sorge zugleich für ein besseres Mobilfunknetz in Brandenburg. Durch die doppelte Nutzung müssten zudem insgesamt weniger Masten errichtet werden.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Dierk Homeyer wies dagegen darauf hin, dass seine Fraktion die Forderung nach einer Mitnutzung von Polizeifunkmasten durch Mobilfunkanbieter bereits im Januar 2017 erhoben habe. Damals hatte die CDU-Landtagsfraktion mit ihrem „Funklochmelder“, einer Internet-Anwendung, mit deren Hilfe Brandenburger Funklöcher melden konnten, für bundesweites Aufsehen gesorgt. „Die Nutzung der BOS-Sendemasten ist jedoch nur die einfachste der möglichen Maßnahmen, da diese Sendemasten sowieso errichtet werden sollten“, so Homeyer. „Die notwendige flächendeckende Mobilfunkversorgung wird man auf diesem Wege aber nicht annähernd erreichen können.“ Deswegen müssten auch eigenständige Mobilfunkmasten mit Landesgeld errichtet werden.