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Rocker, Jugendgang und die alte XY-Bande

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Potsdam. Rund zehn Jahre ist es her, dass die XY-Bande in Neuruppin für landesweite Furore sorgt. Drogenhandel und zahlreiche weitere Verbrechen gingen auf ihre Kappe. Einer der Hauptangeklagten von damals ist nun der Polizei erneut ins Netz gegangen, mit einem Kilo Amphetamin und weiteren Drogen. bob

Am Dienstag wurde der 48-jährige Karsten O. im Stadtzentrum von Neuruppin verhaftet. Auf frischer Tat hatte in die Polizei bei einem Drogengeschäft überführt, als er ein Kilo Amphetaminpaste an einen 58-Jährigen Berliner übergeben wollte. Darüber informierte die Polizei in Potsdam am Freitag die Öffentlichkeit. Der 58-Jährige, ebenfalls verhaftet, ist übrigens Mitglied der Rockerbande MC Bandidos.

Ähnlich illuster liest sich auch der Rest der Verhafteten, die in den Drogenhandel in Neuruppin verwickelt sein sollen. Drei Mitglieder einer lokal offenbar wegen diverser Vergehen bekannten Jugendgang namens "12er-Bande" sind ebenfalls darunter. Sie sollen unter anderem Marihuana für Karsten O angebaut haben. Eine Plantage konnte die Polizei nach den Razzien zu Beginn der Woche im Wald bei Neuruppin ausfindig machen.

Ebenfalls verdächtigt wird eine Bluemnhändlerin. Sie soll Karsten O ihren Laden für Gespräche für seine Drogendeals zur Verfügung gestellt haben, wie der Leiter des Dezernats für Organisierte Kriminalität beim LKA in Potsdam, Frank Adelsberger am Freitag erläuterte.

Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen acht Personen sowie einen weiteren Mann, der im Besitz einer illegalen Waffen gewesen sein soll. Diese wurde bei den Durchsuchungen sichergestellt.

Karsten O war erst Anfang 2016 auf freien Fuß gekommen, nachdem er eine neunjährige Haftstrafe absitzen musste. Auch damals war der Kopf der selbst ernannten XY-Bande wegen Drogenhandels verurteilt worden. Medienberichten zufolge war Karsten wie bereits Anfang der 2000er Jahre durch einen protzigen Lebensstil auffällig geworden, der auch die XY-Bande ausgezeichnet hatte.

Laut Angaben des LKA laufen die Ermittlungen in Neuruppin bereits seit März vergangenen Jahres. Dass es so lange dauerte, bis die Täter überführt werden konnten, führt Adelsberger unter anderem auf fehlende Möglichkeiten bei der Telefonüberwachung von Messengerdiensten zurück. Diese erschwere es, Täter abzuhören und ihnen so auf die Schliche zu kommen, erklärte Adelsberger.