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Retter schlagen Alarm

Sie kann es gut, aber bundesweit kann mindestens jeder zweite Grundschüler nicht richtig schwimmen.
Sie kann es gut, aber bundesweit kann mindestens jeder zweite Grundschüler nicht richtig schwimmen. FOTO: Iuliia Sokolovska/fotolia
Berlin. Die meisten Ostdeutschen schätzen sich einer am Dienstag in Hannover vorgestellten Umfrage zufolge als durchschnittliche Schwimmer ein. In einer repräsentativen Forsa-Erhebung im Auftrag der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gaben das 40 Prozent der Befragten aus ostdeutschen Ländern an. Frank Hilbert

Sie lagen damit genau im Bundesdurchschnitt. Sehr gute Schwimmfähigkeiten attestierten sich 16 Prozent der Ostdeutschen. Nur ein Drittel der Ostdeutschen lernte das Schwimmen nach eigenen Angaben bereits vor dem sechsten Lebensjahr. In Norddeutschland waren es dagegen fast die Hälfte. In Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen schätzten sich allerdings sogar nur 13 Prozent als sehr gute Schwimmer ein.

Bundesweit kann mindestens jeder zweite Grundschüler in Deutschland nicht richtig schwimmen. Nur 40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen besaßen laut DLRG-Umfrage ein Jugendschwimmabzeichen. "Als sicherer Schwimmer kann nur gelten, wer die Disziplinen des Jugendschwimmabzeichens in Bronze sicher beherrscht", sagte DLRG-Vizepräsident Achim Haag bei der Vorstellung der Umfrage. Um sicher zu schwimmen reiche das sogenannte Seepferdchen nicht aus.

Wer im Schwimmen ungeübt ist, verliert schneller seine Kräfte und gerät leichter in Panik. Im vergangenen Jahr ertranken in Deutschland 537 Menschen, 49 mehr als im Vorjahr. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen gab es 76 Todesfälle durch Ertrinken, in Bayern waren es 91.
Brandenburg liegt mit 31 Ertrunkenen bei den neuen Bundesländern leider vorn, gefolgt von Sachsen (28) und Mecklenburg-Vorpommern (25). Dahinter kommen Thüringen und Sachsen-Anhalt (je 23). In Berlin ertranken im vorigen Jahr 14 Menschen.

Interessant ist, dass bundesweit 2016 die 16- bis 20-Jährigen mit 45 Ertrunkenen den vorderen Platz belegen. Lediglich die Altersgruppe der 76- bis 80-Jährigen liegt mit 49 Ertrunkenen noch darüber. Auch die Altersgruppen von 21 - 25 und 51 - 55 Jahren fällt mit bundesweit 38 Ertrunkenen recht hoch aus.

16 Kleinkinder sind 2016 im Alter zwischen 0 und fünf Jahren ertrunken, 14 zwischen sechs und zehn sowie 16 zwischen elf und 15 Jahren.