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| 10:12 Uhr

7,8 Prozent Zuwachs gegenüber Vorjahreszeitraum
Rekordsommer lässt Brandenburgs Tourismus boomen

Besucher sind bei einer geführten Tour zum Start der Kanu-Saison im Nationalpark Unteres Odertal unterwegs. Nach dem Ende der Brutzeit vieler Vogelarten hat im Nationalpark Unteres Odertal die Kanusaison begonnen.
Besucher sind bei einer geführten Tour zum Start der Kanu-Saison im Nationalpark Unteres Odertal unterwegs. Nach dem Ende der Brutzeit vieler Vogelarten hat im Nationalpark Unteres Odertal die Kanusaison begonnen. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Potsdam. Ob Stand-Up-Paddling auf den Ruppiner Seen oder Kanufahren im Spreewald: Brandenburg ist im Sommer ein beliebtes Urlaubsziel. Die anhaltend hohen Temperaturen sind der Branche dieses Jahr besonders zuträglich. Von Christian Bark

Der Tourismus in Brandenburg boomt auch im Jahr 2018. Das ergab eine Umfrage. Mit über 4,6 Millionen Übernachtungen bis Anfang Juni legte die Branche gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozent zu, wie es von der Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB) heißt. Auch bei gut 1,76 Millionen Gästeankünften gibt es einen Anstieg von 6,2 Prozent im Vergleich zu 2017.

Dabei schrecken die Hitzerekorde der vergangenen Wochen die Urlauber nicht ab – im Gegenteil. „Insgesamt sprechen die Partner vor einer sehr guten Buchungslage“, sagt TMB-Sprecherin Birgit Kunkel. Kurzfristige Anfragen hätten häufig gar nicht mehr bedient werden können. Insbesondere der Bereich der Ferienwohnungen und Ferienhäuser boome in diesem Jahr wieder. Ebenfalls sehr zufrieden sei die Campingbranche. „Sie profitiert eindeutig vom sehr guten Sommerwetter“, sagt Kunkel.

Im Ruppiner Seenland steigen die Übernachtungszahlen von Jahr zu Jahr kontinuierlich. Im vergangenen Jahr wurden dort rund 1,54 Millionen Übernachtungen gezählt. 570 000 davon allein in der Stadt Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin).

Laut Rheinsbergs Tourismusmanagerin Sigune Schmidt-Ulrich konnten bis 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum 3000 Übernachtungen mehr in der Region verzeichnet werden. „Meine Vermutung ist, dass wir im Juli die Vorjahres-Julis wieder geknackt haben“, sagt sie. Im Juli 2017 habe es zuletzt 83 000 Übernachtungen gegeben.

Von einer guten Auslastung der Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen berichtet auch Brandenburgs Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Potsdam. „Besonders stark sind die Anbieter nachgefragt, die einen guten Service bieten“, sagt Dehoga-Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke. Interessant für Touristen seien immer Zusatzangebote, die Gästen entweder im Hotel oder über einen Partner zur Verfügung gestellt werden. „Das kann der Kanuverleih im Spreewald oder das Stand-Up-Paddling auf den Ruppiner Seen sein“, so Olaf Lücke.

Wie Sigune Schmidt-Ulrich bestätigt auch er, dass es die Menschen bei den Rekordtemperaturen verstärkt ans Wasser ziehe. Auch wenn für manchen Reisegast der Strandurlaub an der Ostsee attraktiver sei, könne Brandenburg mit seinen Seen bei Tagesgästen aus Berlin punkten.

In der Hitzeperiode sei es für die Gastronomen aber besonders wichtig, mit Klimaanlagen, Ventilatoren oder zumindest Sonnenschirmen aufzuwarten. „Wer das noch nicht erkannt hat, bei dem wird wohl spätestens nach diesem Sommer ein Umdenken stattfinden“, sagt der Dehoga-Hauptgeschäftsführer.

Während beispielsweise im Schloss Rheinsberg an heißen Tagen weniger Besucher als an verregneten gezählt werden, bieten andere Museen und Ausstellungen im Land bei der Hitze oft eine willkommene Alternative.

Immerhin hatte zuletzt fast die Hälfte aller von der TMB befragten Gäste angegeben, aus einem kulturellen Anlass nach Brandenburg gekommen zu sein. „Grundsätzlich verzeichnen brandenburgische Museen in der Gesamtheit eine leichte Steigerung“, informiert eine Sprecherin des Brandenburgischen Museumsverbands.