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Sturm Xavier
RE2 fällt wohl bis Wochenanfang aus

Ein Baum liegt am 05.10.2017 auf den Gleisen der Berliner S-Bahn nahe dem Mexikoplatz. Der Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg ist durch das Sturmtief Xavier größtenteils zum Stillstand gekommen.
Ein Baum liegt am 05.10.2017 auf den Gleisen der Berliner S-Bahn nahe dem Mexikoplatz. Der Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg ist durch das Sturmtief Xavier größtenteils zum Stillstand gekommen. FOTO: Ralf Hirschberger / dpa
Cottbus. Der Sturm „Xavier“ hat den Bahnverkehr in Brandenburg hart getroffen. Am Freitag kam der Verkehr weitgehend zum Erliegen. Der RE2 wird voraussichtlich bis Wochenanfang nicht bis Berlin fahren können. Von Bodo Baumert

Wer am Freitagmorgen mit dem Zug in der Lausitz fahren wollte, musste sein Vorhaben rasch aufgeben. Der Regionalverkehr war von Sturm „Xavier“ komplett zum Erliegen gebracht worden. Umgestürzte Bäume und Oberleitugen sorgten dafür, dass kein Zug auf den Strecken fahren konnte. Ähnlich die Situation in Berlin, wo sich am Hauptbahnhof lange Schlangen vor den Infopunkten und Fahrgastzentren der Bahn bildeten.

Die Bahn empfahl, besser auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. „Das ganze Netz in der Region ist massiv eingeschränkt. Wir haben zahlreiche Bäume auf den Gleisen, beschädigte Oberleitungen und abgeknickte Fahrmasten“, sagte ein Sprecher am Morgen. Die Reparaturen würden voraussichtlich den ganzen Tag dauern.

Bis zum Mittag hielt die Lage an, dann wurden zumindest vereinzelte Fernstrecken wieder freigegeben. So konnten Züge von Berlin Richtung Leipzig und weiter nach München wieder fahren. Die Strecken Berlin-Hamburg und Berlin-Hannover blieben aber weiterhin gesperrt. Auch auf der Strecke Berlin-München waren noch Verspätungen zu erwarten. Zwischen Luckenwalde und Trebbin südlich von Berlin war zunächst nur ein Gleis frei, wie der Sprecher sagte. Die meisten Regionalzüge in Berlin und Brandburg konnten noch nicht wieder fahren. Lediglich der Regionalexpress RE 1 war zwischen Magdeburg und Genthin sowie zwischen Frankfurt (Oder) und Fürstenwalde unterwegs. Der RE 6 verkehrte zwischen Hennigsdorf und Velten.

In der Lausitz sollte gegen 13.30 Uhr zumindest der Verkehr zwischen Forst und Cottbus wieder aufgenommen werden.

Die Bahnstrecken wurden mit Hubschraubern abgeflogen, um festzustellen, wo der Sturm Schäden angerichtet hat, sagte eine Sprecherin. Außerdem seien überall fahrbare Hebebühnen unterwegs, um heruntergerissene Stromleitungen wieder instand zu setzen.

Hart getroffen hat es vor allem die Strecke des RE2 bei Berlin. Dort wurden ganze Oberleitungsmasten vom Sturm aus der Verankerung gerissen. Diese wieder aufzubauen, inklusive Betonguss am Fuß der Masten, wird längere Zeit in Anspruch nehmen. „Wir rechnen damit, dass der Zugverkehr auf dieser Strecke erst zum Wochenanfang wieder aufgenommen werden kann“, sagte Jörg Kiehn, Eisenbahnbereichsleiter der dort verkehrenden ODEG auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Am Mittag bemühte sich das Unternehmen, einen Ersatzverkehr mit Bussen auf die Beine zu stellen. Das gestaltete sich allerdings schwierig, da aufgrund der zahlreichen gesperrten Strecken die Kapazitäten der Busunternehmen ausgelastet waren.

Die Bahn hat den Zugverkehr seit Donnerstagabend in mehreren Gebieten eingestellt. Besonders betroffen waren neben Berlin und Brandenburg noch Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.