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RBB sendet auf DAB+ auch regional

Cottbus. Die digitale Zukunft des Radios hat am Wochenanfang bei der Internationalen Funkausstellung (IFA) beim DAB+-Tag im besonderen Fokus gestanden.Auch der RBB geht mit der Zeit und hat am 1. September weitere Sender für DAB+ freigeschaltet. Hannelore Gogorick

Cottbus-Stadt ist "pünktlich" zur IFA mit dem Programmangebot von Kanal 10B in Betrieb gegangen, berichtet Justus Demmer, Unternehmenssprecher des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Das seien alle RBB-Programme inklusive der Regionalisierungen von Antenne Brandenburg -Potsdam, AB-Cottbus und AB-Frankfurt. Weitere Regionalisierungen seien in Vorbereitung (RadioEins). Ebenso die Aufschaltung von Cosmo.

Der DAB-Sender in Cottbus-Calau geht - ebenso wie Casekow (Uckermark) - erst im März 2018 in Betrieb, sagt Demmer weiter. Vorher, zu Beginn November 2017, würden die Standorte Pritzwalk und Frankfurt "on air" gehen, ebenfalls mit dem Programmbouquet von Kanal 10B.

Der RBB hat sich den Anforderungen der Zeit gestellt und erhöht im laufenden Jahr die Reichweite seiner Digitalradio-Angebote über DAB+ in Brandenburg. "Wir haben die Erweiterung der Versorgung unseres DAB+-Angebots bislang strikt mit der Hoffnung auf einen absehbar regulierten UKW-Abschalttermin verbunden", erläuterte RBB-Produktions- und Betriebsdirektor Nawid Goudarzi. "Die politischen Diskussionen in der jüngsten Vergangenheit zeigen jedoch, dass mit einer solchen Festlegung absehbar nicht zu rechnen ist. Darunter sollen aber die Radiohörerinnen und -hörer in unserer Region nicht leiden, deshalb gingen wir einen Schritt auf unser Publikum zu und begannen den Ausbau des DAB+-Netzes in Brandenburg", sagte Goudarzi.

Mit der Ausstrahlung seiner Programme in DAB+ über die Sender Cottbus-Stadt, Booßen und Pritzwalk erhöht der RBB laut Goudarzi die DAB+-Versorgung in Brandenburg in der Fläche von 42 Prozent auf 73 Prozent und bei der Bevölkerung von 49 Prozent auf 72 Prozent.

Der RBB hatte sich im Sinne eines einheitlichen Vorgehens in der ARD an der Anmeldung von Mitteln zum 20. KEF-Bericht für einen DAB+-Sendernetzausbau in seinem Sendegebiet beteiligt. Diese Mittel setzt der RBB ein, um bis zum Jahr 2020 einen Versorgungsgrad im Gesamtsendegebiet von 95 Prozent zu erreichen. "Das geschieht im Sinne unserer Hörerinnen und Hörer, die unsere Programme über DAB+ künftig in besserer Qualität und an mehr Orten als bisher empfangen können", sagte Goudarzi.

DAB steht für "Digital Audio Broadcasting", die digitale Verbreitung von Audiosignalen über Antenne. Das "+" steht für die moderne Übertragung in bester Tonqualität, die zudem programmbegleitende Zusatzinformationen wie Verkehrsdaten, Wetterkarten, Titel und Interpret, Albumcover oder die aktuellen Nachrichtenschlagzeilen (Funktionsumfang abhängig vom Endgerät) erlaubt.

Das DigitalradioDAB+ legt in Deutschland weiter zu. Knapp sechs Millionen Haushalte in der Bundesrepublik verfügen derzeit über mindestens ein DAB+-Radiogerät. Das teilten die Medienanstalten auf dem Digitalradiotag am Rande der IFA in Berlin mit. Damit hätten knapp elf Millionen Menschen in Deutschland Zugang zum DAB+-Digitalradio. Der Anteil der Haushalte mit DAB+ stieg auf 15,1 Prozent von 12,6 Prozent 2016.

Bei den Radiogeräten in den Haushalten dominieren demnach aber weiterhin die UKW-Empfänger mit der Abdeckung von 92,9 Prozent, etwas weniger als 2016 (93,3 Prozent). Leicht zulegen können dagegen auch die Internet-Radios, die inzwischen in 9,7 Prozent der Haushalte zu finden sind (8,6 Prozent in 2016).

Nach Information von RBB-Unternehmenssprecher Justus Demmer sind die RBB-Radioangebote im Internet verfügbar, nicht jedoch die Regionalprogrammanteile. Zum (Internet-)Mobilempfang per Smartphone könne man die RBB-Apps für iOS und Android nutzen, mit denen das ganz einfach funktionieren soll: https://www.rbb-online.de/radio/apps/unsere_radio_apps.html