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| 02:55 Uhr

Razzien bei Neonazis: Kritik an Sachsens Verfassungsschutz

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) lobt die Arbeit der Verfassungsschützer.
Innenminister Thomas de Maizière (CDU) lobt die Arbeit der Verfassungsschützer. FOTO: dpa
Berlin/Dresden. Im Zusammenhang mit den Festnahmen von Mitgliedern der mutmaßlichen Neonazi-Terrorgruppe "Oldschool Society" (OSS) haben Linke und Grüne dem sächsischen Landesamt für Verfassungsschutz Versäumnisse vorgeworfen. Der Fall zeige, dass die Gefahr des Rechtsterrorismus nicht gebannt ist – insbesondere nicht in Sachsen, sagte die Antifaschismus-Expertin der Linken im Landtag, Kerstin Köditz. dpa/uf

Dies belegten die Festnahmen einer 22-Jährigen und eines 39-Jährigen, bei dem es sich um einen mutmaßlichen OSS-Rädelsführer handeln soll. Insgesamt wurden nach Angaben der Bundesanwaltschaft bei Razzien in Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern vier Terrorverdächtige festgenommen.

Wie es hieß, wurde der Verfassungsschutz bereits im August 2014 auf Mitglieder der Gruppe "Oldschool Society" (OSS) aufmerksam. Im November 2014 hätten sich neun Rechtsextremisten im sächsischen Frohburg südlich von Leipzig zu einer Gründungsveranstaltung getroffen. Nach Erkenntnissen der Behörden soll sich die Gruppe anfangs den bewaffneten Kampf gegen Salafisten - Anhänger einer besonders radikalen Form des Islam - zum Ziel gesetzt haben.

Mit dem Schlag gegen die OSS ist nach Ansicht von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) möglicherweise die Bildung einer Organisation nach dem Vorbild des NSU verhindert worden. "Das wäre eine erste Vereinigung nach der NSU, die dort aufscheint", sagte de Maizière gestern.