Die Bundesanwaltschaft ist bundesweit gegen Rechtsextremisten vorgegangen. Am Mittwochmorgen wurden drei Männer in Eisenach und einer in Rotenburg an der Fulda festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Den vier Deutschen wird die Mitgliedschaft in einer rechtsextremistischen kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Nach Angaben des Generalbundesanwaltes beim Bundesgerichtshof gab es auch Durchsuchungen in Brandenburg und Berlin. Nach Angaben des rbb wurden Wohnungen in Berlin-Rudow, Potsdam und im Barnim sowie im Kreis Dahme Spreewald untersucht. Die Maßnahmen dauern noch an.
Die Ermittler nahmen zudem weitere 46 Verdächtige ins Visier. In elf Bundesländern werden seit dem Morgen 61 Objekte durchsucht, der Schwerpunkt liegt in Thüringen und dort in Eisenach, wo einer der Festgenommenen eine rechtsextremistische Kampfsportgruppe leitet. Nach Spiegel-Informationen soll unter den bundesweiten Tatverdächtigen auch ein aktiver Soldat der Bundeswehr im Rang eines Unteroffiziers sein.
Mehr als 800 Beamtinnen und Beamte sind bei den Durchsuchungen im Einsatz. In die Ermittlungen war auch der Militärische Abschirmdienst eingebunden. Dem Einsatz waren nach Auskunft der Bundesanwaltschaft Ermittlungen seit 2019 vorausgegangen, insbesondere gegen die „Atomwaffen Division“ (AWD), den deutschen Ableger einer in den USA gegründeten rechtsextremistischen Gruppierung.
Bei der Kampfsportgruppe handelt es sich demnach um „Knockout 51“. Die Gruppe habe vom thüringischen Eisenach aus agiert. Bei den Vorwürfen gehe es um Körperverletzung, vor allem gegen Menschen aus der linken Szene, hieß es. Die Beschuldigten sollen versucht haben, mit Kiezstreifen „für Ordnung“ zu sorgen. Außerdem sollen Mitglieder von „Knockout 51“ auch an Protesten gegen die Corona-Maßnahmen teilgenommen haben, um dort Gewalt zu provozieren.