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| 02:37 Uhr

Rätselraten um "Besucher" im Landtag

Potsdam. Brandenburgs AfD-Landtagsfraktion mauert weiter bei der Frage, wer die Mitglieder der ominösen Besuchergruppe waren, die vor zwei Wochen auf Einladung der Rechtspopulisten im Potsdamer Landtag erschienen. Auch in der gestrigen Sitzung des Landtagspräsidiums verweigerte die Parlamentarische Geschäftsführerin der AfD, Birgit Bessin, Auskünfte darüber. Benjamin Lassiwe/iwe1

Die Besuchergruppe hatte für Aufsehen gesorgt, weil eine Mitarbeiterin des Landtags ein Waffenholster bei einem der Besucher entdeckt hatte. Das Tragen von Waffen ist im Potsdamer Landtag aber verboten. Bislang ist lediglich bekannt, dass es sich um in der Gastronomie tätige Geschäftsleute aus dem Landkreis Teltow-Fläming handelt, die auf Einladung der Abgeordneten Birgit Bessin und des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Andreas Kalbitz im Parlament zu Gast waren. Einer von ihnen war der stellvertretende AfD-Kreisvorsitzende Torsten Junker. Auch bei Abgeordneten der AfD war der Besuch auf Kritik gestoßen, so warnte der Abgeordnete Franz-Josef Wiese davor, "sich die albanische Mafia ins Haus zu holen".

Nach der Sitzung des Präsidiums sprach der Fraktionsvorsitzende der SPD, Mike Bischoff, davon, dass der Vorwurf im Raum stünde, dass es sich bei den Besuchern um "Personen aus dem halbseidenen Milieu" gehandelt habe. "Solche Besucher schaden dem Ansehen des Parlaments", sage Bischoff. Dennoch wolle die SPD am Prinzip des für alle geöffneten Landtags festhalten. Auch zusätzliche Sicherheitskontrollen stünden derzeit nicht zur Debatte. "Wir haben Frau Bessin angeboten, die Vorwürfe in einem Vieraugen-Gespräch mit der Präsidentin zu klären", sagte Ingo Senftleben (CDU).

Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) kündigte an, Mitarbeiter und Fraktionen des Landtags stärker in Bezug auf die Hausordnung sensibilisieren zu wollen. Wenn etwas Verdächtiges bemerkt werde, solle künftig früher die Polizei gerufen werden.