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| 20:02 Uhr

Landgericht Cottbus
Prozess um Betrug am BER vor wichtiger Entscheidung

Rechtsanwalt Henry Schlenker (li.) und sein mandant Frank Kaulisch. ACHTUNG! Foto darf nur mit Kaulisch gepixelt verwendet werden
Rechtsanwalt Henry Schlenker (li.) und sein mandant Frank Kaulisch. ACHTUNG! Foto darf nur mit Kaulisch gepixelt verwendet werden FOTO: LR / Wendler, Simone
Cottbus. Landgericht Cottbus sucht nach richtiger Strategie im Betrugsverfahren.

Die Wirtschaftsprüferin, die am Montag im Prozess gegen den Ex-Bauunternehmer Frank K. vor dem Landgericht Cottbus aussagte, war die dritte Zeugin in dem Verfahren um einen mutmaßlichen Betrug. Der Angeklagte soll von April bis Juni 2012 auf der BER-Baustelle in Schönefeld als Subunternehmer durch falsche Abrechnungen einen Schaden von 247 000 Euro verursacht haben. Er schweigt vor Gericht.

Nach Aussage, der im Ermittlungsverfahren herangezogenen Fachfrau gab es zwei Arten von Unregelmäßigkeiten. Einerseits seien unter den Namen mehrerer Arbeiter zeitgleich Tätigkeiten an verschiedenen Orten abgerechnet worden. Andererseits seien viele zusammengefasste Arbeitsstunden in Zwischenabrechnungen mehrfach aufgetaucht.

Der erste Komplex, das machte der Vorsitzende Richter der Zweiten großen Strafkammer Andre Simon deutlich, sei nur mit weiterer Aufklärung zu erhellen. Denn die Bauarbeiten, um die es ging, seien zwar erledigt worden, doch unklar sei, wieviele Stunden dafür insgesamt überhaupt nötig waren.

Wurden nur falsche Namen aufgeschrieben, oder wurden insgesamt auch viel mehr Stunden abgerechnet, als wirklich gearbeitet wurde? Nach sechs Jahren sei das schwer aufzuklären. Eventuell müsse ein Sachverständiger hinzugezogen werden, so der Kammervorsitzende

Er bat Anklagebehörde und Verteidigung deshalb, darüber nachzudenken, ob der Prozess auf den Teil der Anklage begrenzt werde könne, bei dem es um die Stundensummen ging, die mehrfach in den Zwischenabrechnungen auftauchten. Die Schadenssumme dabei liege auch über 100 000 Euro. Bis zum nächsten Verhandlungstag nächste Woche Donnerstag können Staatsanwaltschaft und Verteidigung darüber nachdenken.