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| 02:38 Uhr

Prozess in Berlin wegen riesiger Cannabis-Plantage

19 000 Pflanzen wuchsen in der Plantage des Angeklagten in Berlin.
19 000 Pflanzen wuchsen in der Plantage des Angeklagten in Berlin. FOTO: dpa
Berlin. Zwei Jahre nach Entdeckung einer riesigen Cannabis-Plantage mit 19 000 Hanfpflanzen in Berlin-Mariendorf ist der Fall erneut vor dem Landgericht aufgerollt worden. Angeklagt ist ein 55-jähriger Kunsthistoriker. dpa/uf

Er soll mit einem Komplizen im April 2013 eine Lagerhalle angemietet haben, um auf 800 Quadratmetern Cannabis zum Verkauf anzubauen. Der Mann verweigerte zu Prozessbeginn am Mittwoch vor dem Berliner Landgericht die Aussage. In einem ersten Prozess um die Plantage hatte unter anderen ein damals 46-Jähriger im Mai 2016 sechs Jahre und drei Monate Gefängnis erhalten.

Der Fall war durch Hinweise eines Mannes aus der Nachbarschaft der Lagerhalle, die Angaben zufolge als Dachdeckerfirma getarnt war, ins Rollen gekommen. Der Zeuge habe sich über einen auffälligen Geruch, abgeklebte Scheiben und angelieferte Pflanzenschutzmittel gewundert, hieß es im ersten Prozess.

Nach monatelangen Ermittlungen kam es am 7. Juli 2015 zu einem Großeinsatz der Polizei. Neben Pflanzen sei in einer Tiefkühltruhe auch gefrorenes Haschisch entdeckt worden, hieß es damals. "Das war eine Plantage mit einer Größenordnung, wie wir sie in Berlin noch nicht hatten", so ein Staatsanwalt.

Der 55-Jährige soll laut Ermittlungen unter anderem die Finanzierung der illegalen Aufzucht abgesichert sowie den Ankauf von Pflanzen, Blumenerde und Düngemittel organisiert haben. Die Anklage geht zudem davon aus, dass der Kunsthistoriker sieben als Hilfsarbeiter angeheuerte Ukrainer im Umgang mit Hanf geschult habe. Auch für den Absatz der Ernten an einen bislang unbekannten Großabnehmer sei der Angeklagte im Wesentlichen verantwortlich gewesen.

Der erste Prozess startete im Januar 2016 mit drei Angeklagten. Als einer der mutmaßlichen Betreiber der Plantage wurde ein damals 46-Jähriger verurteilt. Einer der Mitangeklagten erhielt drei Jahre Haft, das Verfahren gegen den anderen wurde eingestellt.

Der bereits verurteilte Plantagen-Betreiber soll den Kunsthistoriker als mutmaßlichen Komplizen belastet haben. Der Verteidiger des 55-Jährigen sagte, sein Mandant werde sich gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt zu den Vorwürfen äußern. Der Prozess wird am 2. August fortgesetzt.