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| 02:42 Uhr

Probleme mit der "übergroßen Maschine"

Blick von der Baustelle des Schiffshebewerkes in Niederfinow. Es wird nicht vor 2017 fertig.
Blick von der Baustelle des Schiffshebewerkes in Niederfinow. Es wird nicht vor 2017 fertig. FOTO: dpa
Niederfinow. Von außen ist es schon fast fertig - am Innenausbau fehlt es noch: Die Arbeiten am neuen Schiffshebewerk in Niederfinow sind im Verzug. Große Probleme soll das aber nicht machen. dpa/uf

Das neue Schiffshebewerk in Niederfinow bei Eberswalde wird nicht vor 2017 fertig. Ursprünglich war geplant, den Koloss 2014 in Betrieb zu nehmen.

Die Arbeiten an dem 55 Meter hohen Bauwerk hätten sich jedoch technisch aufwendiger gestaltet als erwartet, erklärte der zuständige Sachbereichsleiter vom Wasserstraßen-Neubauamt (WNA), Peter Huth. Erfahrungswerte hätten nicht vorgelegen, denn so ein Schiffshebewerk werde vielleicht alle 50 Jahre neu gebaut.

Schon bei den Betonarbeiten an den Pylonen sei man wegen der gewaltigen Dimensionen an Grenzen gestoßen. Es musste mit absoluter Präzision vorgegangen werden, damit später die riesigen Motoren in die "übergroße Maschine" hineinpassen.

Große Probleme löst die Verzögerung laut Huth weder bei den Baukosten noch beim Schiffsverkehr aus. Der Rahmen von 300 Millionen Euro werde nicht überschritten. Zum anderen funktioniere das alte, 36 Meter hohe Schiffshebewerk noch tadellos. Natürlich benötige ein 81 Jahre altes Bauwerk ordentlich Pflege, erklärte Betriebsleiter Jörg Schumacher.

Ein zeitlicher Puffer für den Wechsel auf das neue Werk sei ohnehin eingerechnet worden. "Nach Fertigstellung soll das alte Schiffshebewerk noch fünf Jahre im Parallelbetrieb laufen", sagte Schumacher. "So haben wir alle Zeit der Welt, um am neuen Hebewerk mögliche Kinderkrankheiten abzustellen", ergänzte Huth.

Mithilfe des Kolosses können Schiffe auf der Havel-Oder-Wasserstraße einen Höhenunterschied von 36 Metern überwinden und so beispielsweise nach Polen weiterfahren. Das Bauwerk funktioniert wie ein Fahrstuhl. Aktuell werden die tonnenschweren Gegengewichte für den 115 Meter langen Trog eingebaut, mit dem die Schiffe auf- und abwärts bewegt werden sollen. In den kommenden Tagen soll laut Huth zudem der obere Vorhafenkanal fertiggestellt und geflutet werden. Das neue Hebewerk soll der Schifffahrt die Möglichkeit geben, den Kanal die nächsten 80 Jahre zu nutzen, erklärte Schumacher. Derzeit können Container-Schubverbände die Havel-Oder-Wasserstraße nicht passieren, weil das alte Hebewerk zu niedrig sei. Aktuell werden über den Kanal hauptsächlich Steinkohle, Schrott und veredelte Stahlprodukte transportiert.