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Prignitz-Express rollt wieder an

Auf der Linie R6 kam es in den vergangenen Wochen mehrfach zu Zugausfällen. Reservewagen standen nicht bereit.
Auf der Linie R6 kam es in den vergangenen Wochen mehrfach zu Zugausfällen. Reservewagen standen nicht bereit. FOTO: dpa
Berlin. Die DB Regio werde künftig Fahrzeugreserven vorhalten, um Fahrzeugausfälle wie derzeit auf dem RE6 künftig zu vermeiden. Das sagte der Konzernbevollmächtigte der DB Regio, Joachim Trettin, am Montag bei einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses des Potsdamer Landtags. Benjamin Lassiwe / iwe1

Bei den auf der Strecke zwischen Berlin-Gesundbrunnen und Wittenberge eingesetzten zweiteiligen Dieseltriebwagen der Baureihe 646 hat es seit dem 27. Januar mehrere Fälle von Rauchentwicklungen gegeben. Daraufhin wurden diese Fahrzeuge in die Werkstatt beordert. "Wir haben die gesamte Flotte überprüft, und an drei Fahrzeugen - also noch an einem weiteren Fahrzeug - Undichtigkeiten am Turbolader festgestellt", sagte Trettin.

Eine "indirekte Ursache" dafür sei, dass die auf dem Prignitz-Express eingesetzten Fahrzeuge schon heute länger im Einsatz seien, als geplant. Eigentlich sei vorgesehen gewesen, die Fahrzeuge der Baureihe 646 durch gebrauchte Triebwagen der Baureihe 648 aus Nordrhein-Westfalen zu ersetzen. Diese würden in NRW frei, weil dort neue Fahrzeuge des polnischen Herstellers Pesa zum Einsatz kommen sollen. Dort gebe es jedoch Lieferverzögerungen.

Trettin zufolge werde es noch mindestens bis zum 27. Februar dauern, bis alle Störungen, die mit der Baureihe 646 zusammenhängen, ausgeräumt seien: Im Abschnitt zwischen Berlin-Gesundbrunnen und Hennigsdorf fahren bereits seit gestern Elektrotriebwagen im Pendelverkehr.

Im Ausschuss erkundigten sich die Abgeordneten nach der Möglichkeit, Ersatzfahrzeuge für die betroffenen Triebwagen zu finden. So verwies der CDU-Verkehrspolitiker Rainer Genilke darauf, dass die DB derzeit selbst auf ihrer Internetseite gebrauchte Triebwagen verkaufe und auch bei privaten Unternehmen gebrauchte Fahrzeuge vermietet würden.

Doch Trettin verwies darauf, dass diese Fahrzeuge nicht sofort verfügbar seien. Vielmehr seien sie oft winterfest ohne Batterien abgestellt. Der Linken-Abgeordnete Ralf Christoffers wollte wissen, warum die DB keine technische Reserve für solche Fälle vorhalte. Trettin räumte ein, derzeit keinen Pool von modernen Fahrzeugen zu haben, der in solchen Situationen eingesetzt werden könne. "Wir werden aber künftig zusätzliche Reserven an Fahrzeugen vorhalten", sagte er.