Nach dem Vorziehen der Weihnachtsferien in Brandenburg gibt es nun für die Schüler in diesem Bundesland neue Nachrichten im Zusammenhang mit Corona. An den Brandenburger Schulen gilt wegen der Corona-Infektionslage bald keine Anwesenheitspflicht für die Schüler mehr. Wie das Bildungsministerium am Abend bekannt gab, schon ab dem 29. November nicht mehr. 
Doch wird die Präsenzpflicht nicht generell aufgehoben. Sie gilt weiterhin für Schüler der Klassen 6, 9 und 10 sowie für die der gymnasialen Oberstufe und der Oberstufenzentren (OSZ), wie das Bildungsministerium in Potsdam am Donnerstag mitteilte.
Dagegen können die Eltern von Kindern der Klassen 1 bis 5 entscheiden, ob ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt oder nicht. Das gilt auch für die Klassen 7 und 8 sowie die Jahrgangsstufen 5 und 6 der Leistungs- und Begabtenklassen und der Förderschulen. Schülerinnen und Schüler, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, haben keinen Anspruch auf Distanzunterricht, also Lernangebote etwa per Videokonferenz. Die Schulen sollen sie am Anfang der Woche mit Aufgaben zum Lernen versorgen.
Soll ein Kind nicht am Unterricht teilnehmen, geben die Eltern dem Ministerium zufolge gegenüber der Schule eine entsprechende Erklärung ab. Eine Begründung sei nicht notwendig. Das Fernbleiben vom Unterricht werde als entschuldigtes Fehlen verbucht.
„Für den schulischen Bereich werden wir die Präsenzpflicht aufheben“, bestätigte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). „Es ist der Wunsch vieler Eltern, dass sie ihre Kinder nicht in die Schule schicken wollen.“ Die Einzelheiten – etwa Ausnahmen für Abschlussklassen – würden noch ausgearbeitet. Am heutigen Mittwoch will die Ministerin Details bekanntgeben.

Corona in Schulen außer Kontrolle: Kommen tägliche Tests?

Der Brandenburger Pädagogenverband sieht das Vorhaben skeptisch. „Die Arbeitsbelastung liegt dann bei den Lehrern“, sagte Präsident Hartmut Stäker auf Anfrage. Sie müssten jede Unterrichtsstunde dann zweimal leisten: einmal online und einmal für die Kinder, die in die Schule kommen. „Das halten die Lehrer vor Weihnachten nicht durch“, kritisierte er.
Britta Ernst sieht auch die Erwachsenen in der Pflicht, durch Impfungen die Situation für die Kinder zu entspannen. Schulschließungen sollten nicht die Lösung sein.
Es sei angedacht, die Präsenzpflicht wiedereinzusetzen, sobald die Infektionszahlen sinken oder wenn ausreichend geeignete Selbsttests zur Verfügung stünden, um die Testungen auf fünf Tests pro Woche zu erhöhen, kündigte die Bildungsministerin an. Es müssten weitere geeignete Tests auf dem Weltmarkt organisiert werden. Nach Angaben des Ministeriums wurden den Schulen bisher rund 18,3 Millionen Antigen-Schnelltests für rund 31,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Weihnachtsferien für Brandenburger Schülerinnen und Schüler werden drei Tage früher beginnen, letzter Schultag soll der 17. Dezember sein.

Neue Corona-Regeln für Brandenburg

In Brandenburg müssen sich die Menschen in der Corona-Pandemie erneut auf einen Winter mit umfassenden Einschränkungen einstellen. Das Land verschärft nach einem Kabinettsbeschluss die Corona-Regeln. So wird es einen Teil-Lockdown für Ungeimpfte geben. Weitere Informationen gibt es hier: