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| 01:05 Uhr

Potzlow-Mordprozess: Zeuge sorgt nach Plädoyers für Wirbel

Neuruppin.. Ein überraschend aufgetauchter Zeuge hat gestern nach den Plädoyers im Prozess um den brutalen Mord an Marinus Schöberl vor Gericht für Wirbel gesorgt.

Der 26-Jährige sagte am Landgericht Neuruppin, er habe gehört, wie der erwachsene Angeklagte bereits im Sommer 2000 angekündigt habe, den Schüler Marinus zu töten. Allerdings wich der derzeit im Gefängnis in Berlin-Tegel sitzende Zeuge im Laufe der Befragung immer mehr von dieser Aussage ab.
Nach dem Einwand der Verteidiger, dass der von ihm Beschuldigte im Sommer 2000 im Gefängnis saß, sagte der aus Templin (Uckermark) stammende Zeuge, er könne nicht mit Bestimmtheit sagen, dass dieser Angeklagte den Mord angekündigt habe. Es könne auch ein anderer, ebenfalls mit einem Hakenkreuz tätowierter Mann gewesen sein. Wegen der Ungereimtheiten wurde der Mann, der sich vor einigen Tagen überraschend beim Gericht gemeldet hatte, vereidigt. Staatsanwaltschaft, Nebenklagevertreter und Verteidiger bezeichneten die Aussage des 26-Jährigen übereinstimmend als unglaubwürdig. "Der Zeuge war ein Wichtigtuer und Trittbrettfahrer, der offensichtlich die Unwahrheit gesagt hat", sagte Verteidiger Matthias Schöneburg. Möglicherweise leitet die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Falschaussage ein.
Die ursprünglich für gestern geplante Verkündung des Urteils wurde auf den 24. Oktober verschoben. (dpa/gb)